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Kommentar

HHLA: Wachstum auf wackligen Füßen

Martin Kopp
Autor Martin Kopp ist Hafenexperte des Hamburger Abendblatts.

Autor Martin Kopp ist Hafenexperte des Hamburger Abendblatts.

Foto: Reto Klar / HA

Die Hamburger Hafen und Logistik AG hat einen Gewinn erwirtschaftet. Warum die Politik trotzdem jetzt handeln muss.

Die Hamburger Hafen und Logistik AG (HHLA) hat im ersten Halbjahr 2019 einen Gewinn vor Zinsen und Steuern von 114,3 Millionen Euro erwirtschaftet. Das Ergebnis ist somit 14,4 Prozent höher als im Vorjahreszeitraum. Hamburgs Bürger dürfte das erfreuen. Sie sind über ihre Steuermittel zu 68 Prozent an der HHLA beteiligt. Gelingt es dem Unternehmen das Geschäft im Jahresverlauf so weiterzuentwickeln, winkt eine satte Dividende, die die Stadt in andere Projekte investieren kann.

Und dennoch ist für Sektlaune kein Anlass. Denn Hamburgs Bürger sind aus gesamtwirtschaftlichen Gründen auch daran interessiert, dass es dem Hamburger Hafen gut geht. Und da zeigt sich, dass die HHLA-Bilanz doch nicht so glänzt. Denn der Konzern hat sein Umschlagsgeschäft steigern können, aber nicht in Hamburg. Das bedeutet, dass Hamburgs größter Hafenkonzern sein Containeraufkommen auf der Wasserseite nicht hat steigern können.

HHLA: Im Saldo eine Stagnation

Zwar hat die HHLA, durch die Konzentration von Reedereidiensten an der Elbe im Nordamerikageschäft mehr Stahlboxen umgeschlagen. Zugleich ging ein wichtiger Fernostverkehr verloren. Im Saldo bedeutet das Stagnation.

Zugleich zeigt es, dass der derzeitige Aufwärtstrend des Hafens auf tönernen Füßen steht. Zieht nur ein Liniendienst seine Ladung ab, geht es wieder abwärts. Um so wichtiger ist, dass sich jetzt schnell die versprochenen Erleichterungen durch die Elbvertiefung einstellen. Deshalb müssen die guten Hamburger Kontakte in der Welt gepflegt werden.

Die Politik hat das erkannt. Wirtschaftssenator Michael Westhagemann (parteilos) hat in der vergangenen Woche mehrere europäische Reedereien besucht. Bürgermeister Peter Tschen­tscher (SPD) wird übernächste Woche der chinesischen Reederei Cosco seine Aufwartung machen.

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