In der Toskana gedreht

Auf der Suche nach der verschollenen Liebe

Foto: Concorde

Die Romantik-Komödie "Briefe an Julia" ist vorhersehbar und sentimental. Eine Hommage an "Romeo und Julia".

Dort unter diesem Balkon des Hauses Capulet in Verona soll Romeo höchstpersönlich gestanden haben, lange bevor Shakespeare ihm mit seinem Liebesdrama "Romeo und Julia" ewiges Leben einhauchte. Abertausende Touristen zieht es zu diesem Gemäuer. Viele stecken Briefe zwischen die Steine, in denen sie von ihren Sehnsüchten und Liebestragödien erzählen, und es gibt sogar einen Verein von Freiwilligen, der brieflichen Seelenbeistand leistet.

Zu diesem Klub stößt die amerikanische Touristin Sophie (Amanda Seyfried), als sie mit ihrem Verlobten Victor (Gael García Bernal ) eine vorgezogene Hochzeitsreise in die Toskana macht. Sie beantwortet einen Brief, der mehr als 50 Jahre hinter einem Stein unter Julias Balkon versteckt war. Damals hatte die junge Austauschstudentin Claire sich unsterblich in ihren Lorenzo verliebt, aber nicht den Mut gefunden, mit ihm durchzubrennen. Mittlerweile ist Claire (Vanessa Redgrave) eine betagte Witwe, reist aber nichtsdestotrotz nach Verona, um sich gemeinsam mit Sophie auf die Suche nach der verlorenen Liebe zu machen.

Wird Claire ihren Lorenzo finden? Werden Sophie und Claires smarter Enkel Charlie ein Paar? Scheint in der Toskana immer die Sonne? All diese Fragen können mit einem fröhlichen "Ja" beantwortet werden. Wer die Überraschung liebt, ist in dieser hoffnungsfrohen Schmonzette hoffnungslos verloren. Alle anderen können das warme Bad der Sentimentalität in vollen Zügen genießen: das goldene Licht, in das die Hügel der Toskana getaucht werden, die großen, blauen und oftmals feuchten Augen Amanda Seyfrieds, in denen sich die Sehnsucht nach wahrer Liebe spiegelt, das milde Lächeln Vanessa Redgraves, die auch die banalsten lebensphilosophischen Erkenntnisse voller Würde zu vermitteln weiß, und das erdrückende Gefühl der Sicherheit, das in diesem Film nichts, aber auch gar nichts geschieht, was man nicht erwartet hat.

Beurteilung: annehmbar Briefe an Julia USA 2009, 106 Minuten, o. A., R: Gary Winick, D: Amanda Seyfried, Gael Garcia Bernal, Christopher Egan, Vanessa Redgrave, Franco Nero, täglich im Cinemaxx Dammtor, Cinemaxx Harburg, Koralle-Kino, Passage, UCI Mundsburg/Othmarschen Park/Smart-City; www.briefe-an-julia.de