Events

Braucht Hamburg drei neue Hallen für Sport und Konzerte?

Der Rapper Marteria am 29. November 2017 bei einem Konzert in der Sporthalle Hamburg in Winterhude (auch "Alsterdorfer Sporthalle"), die rund 7000 Besuchern Platz bietet.

Der Rapper Marteria am 29. November 2017 bei einem Konzert in der Sporthalle Hamburg in Winterhude (auch "Alsterdorfer Sporthalle"), die rund 7000 Besuchern Platz bietet.

Foto: dpa Picture-Alliance / xim.gs / Philipp Szyza / picture alliance / xim.gs

Senat plant Musikarena für 5000 Zuschauer am Fernbahnhof Altona. Auch andere Investoren haben Pläne. Politiker sind skeptisch.

Hamburg.  Zweieinhalb Jahre nach Eröffnung der Elbphilharmonie wird in Hamburg über den Bau einer oder sogar zweier neuer Konzerthallen sowie einer neuen Sporthalle diskutiert. Nachdem das Abendblatt Anfang Mai über Pläne der Hamburg Messe und Congress GmbH berichtet hatte, auf dem Messegelände eine Multifunktionshalle für bis zu 4600 Besucher zu errichten, setzt nun der Senat nach.

Nach dem Willen von Rot-Grün soll auf einer Fläche direkt am S-Bahnhof Diebsteich eine Konzerthalle für rund 5000 Zuhörer entstehen. Zuerst hatte NDR 90,3 über die Pläne berichtet. Neben der Fläche, die die Stadt 2017 dem Industriekonzern Thyssen Krupp abgekauft hatte, ist der Bau des neuen Fernbahnhofs Altona geplant.

Konzerthalle am Diebsteich soll privat betrieben werden

Anfang Januar hatte der Hamburger Projektentwickler Home United zudem seine Pläne für den Bau einer Sporthalle direkt an den Elbbrücken mit bis zu 8000 Zuschauern vor allem für die Heimspiele des Basketballteams Hamburg Towers vorgestellt.

Auch die Konzerthalle am S-Bahnhof Diebsteich soll voraussichtlich privat betrieben werden. „Hamburg braucht eine Veranstaltungshalle, die für Konzerte bis 5000 Zuhörer geeignet ist. Zusammen mit den anderen Behörden und Bezirken haben wir lange nach einer geeigneten Fläche gesucht und hier eine sehr gute Fläche gefunden, auf der eine solche Musikhalle entstehen könnte“, sagte Kultursenator Carsten Brosda (SPD). „Mit einer solchen Halle an so zentraler Lage, würden wir die Musikstadt Hamburg noch interessanter für Musikveranstalter und Bands aus aller Welt machen“, so der Senator.

„Zurzeit erarbeitet die Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen eine städtebauliche Rahmenplanung für das Umfeld des künftigen Fernbahnhofs Diebsteich. Hierfür werden verschiedene Nutzungsbausteine geprüft, die Veranstaltungshalle ist einer davon“, sagte Behördensprecherin Barbara Ketelhut.

Politiker fordern Prüfung des Bedarfs

„Klar ist, dass Hamburg eine Halle für etwa 5000 Besucher braucht. Die Planungen dafür müssen aber im zuständigen Fachausschuss koordiniert und diskutiert werden“, sagte der FDP-Bürgerschaftsfraktionschef Michael Kruse. „Der Bedarf für die geplante Halle in Altona muss noch eindringlich geprüft werden, denn hier könnten wieder Steuergelder nötig werden, um den Bau umzusetzen“, so Detlef Ehlebracht (AfD).

Hamburg will eine Musikarena am geplanten Fern- und Regionalbahnhof Altona bauen. Aber zwei weitere Investoren haben ebenfalls Pläne. Meinen Sie, dass die Stadt drei weitere Hallen braucht?

„Dass nun völlig unkoordiniert mehrere Hallenprojekte bei der Stadt und den Eigenbetrieben angekündigt werden, zeigt, dass der Senat die Stadtentwicklung nicht im Griff hat. Hamburg braucht weitere Hallenkapazitäten, aber keine rot-grüne Ankündigungspolitik“, so Jörg Hamann (CDU). „Statt munteres Verteilen von Hallenstandorten auf die ganze Stadt, sollte der Senat endlich kundtun, wie er überhaupt den Bedarf feststellt“, sagte Heike Sudmann (Linke). „Der Bau der Halle am Diebsteich ist eine gute Idee“, so Olaf Duge (Grüne).

FKP Scorpio und Karsten Jahnke sind interessiert

„Die möglichen Pläne der Stadt, direkt am S-Bahnhof Diebsteich eine neue Halle für Rock- und Pop-Konzerte für bis zu 5000 Besucher zu bauen, finden wir als Konzertveranstalter super. Als potenzieller Mieter wäre die Aussicht, in Hamburg ein oder sogar zwei neue Veranstaltungshallen zur Verfügung zu haben, sehr attraktiv“, sagte Christian Wiesmann von FKP Scorpio Konzertproduktionen. „Das ist genau die Kapazität, die fehlt! Insofern begrüßen wir die Pläne sehr“, so Ben Mitha, Geschäftsführer der Karsten Jahnke Konzertdirektion.

Bei den Hamburg Towers verzichtete man auf Statements. Towers-Hauptgesellschafter Tomislav Karajica möchte für den Aufsteiger in die Basketball-Bundesliga mit seiner Firma Home United an den Elbbrücken für 150 Millionen Euro eine neue Heimat bauen. Auch weiteren Sportclubs und -Veranstaltungen stünde die geplante Mehrzweckhalle („Elbdome“) offen.