Wirtschaft

Großreederei China Shipping bekennt sich zu Hamburg

Vizechef signalisierte Bürgermeister Olaf Scholz Vertrauen in die Hansestadt - trotz ausstehender Entscheidung zur Elbvertiefung.

Shanghai. Obwohl nichts Konkretes zur Elbvertiefung im Gepäck, hat sich die China Shipping Group zur Hansestadt bekannt – und will sie auch weiter mit Containerriesen anlaufen. Hamburgs Bürgermeister Scholz hat die Reederei bei seinem Shanghai-Besuch überzeugt.

Die Reederei China Shipping Group hat sich trotz der weiter ausstehenden Entscheidung zur Elbvertiefung zum Standort Hamburg als Umschlagshafen und Sitz ihrer Europazentrale bekannt. China Shipping, eine der größten Reedereien der Welt, habe klar gemacht, dass sie sich als eine mit Hamburg sehr verbundene Gesellschaft verstehe, sagte Hamburgs Bürgermeister Olaf Scholz (SPD) am Donnerstag in Shanghai nach einem Gespräch mit Vizechef Wang Daxiong. Mit Blick auf die Elbvertiefung und den Ausbau der Hinterlandanbindung sagte Scholz: „Wenn wir unsere Aufgaben erfüllen und das tun, was man tun muss, um diese wichtige Verkehrsader am Leben zu erhalten, dann müssen wir uns für die Zukunft keine Sorgen machen, sondern haben da einen guten befreundeten Partner.“

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Momentan hängt die von der Wirtschaft seit langem geforderte, aber vor allem bei Umweltschützern und Deichanrainern umstrittene Elbvertiefung von der Entscheidung der EU-Kommission ab. Diese soll möglicherweise noch kommende Woche fallen. Die Vertreter der Reederei hätten betont, dass sie die Elbvertiefung und eine weiterentwickelte Hinterlandanbindung unbedingt wollten, sagte Scholz. "Sie haben deutlich gemacht, dass das notwendig ist." Gleichzeitig hätten sie jedoch anerkannt, wie sehr sich Hamburg bereits darum bemühe. "Mein Eindruck war, dass sie zufrieden waren über den Zwischenstand, den wir geben konnten.“

Er habe der Reederei China Shipping zwar keine konkreten Termine für ein Ausbaggern der Elbe geben können. "Aber wichtig ist, dass sie das Gefühl haben, alles ist auf dem besten Wege“, sagte Scholz – und betonte: "Und das kann das Unternehmen berechtigterweise.“ Es wisse, "dass der Hafen, seine Entwicklung, die Fahrrinnenanpassung, die Verkehrsanbindungen eine Toppriorität der Hamburgischen Politik sind“. Auch deshalb sei er persönlich nach Shanghai gereist. Der Vorsitzende der Hamburg Port Authority (HPA), Jens Meier, zeigte sich nach dem Gespräch ebenfalls hoch zufrieden. So werde China Shipping wohl bis Mitte kommenden Jahres drei weitere 8000 Standardcontainer (TEU) fassende Schiffe durch Containerriesen mit einer Kapazität von 14.000 TEU ersetzen. "Die wollen mit Hamburg in der Zukunft weiter zusammenarbeiten", zeigte sich Meier überzeugt.

Im Anschluss an das Gespräch mit den Reedern nahm Scholz, der sich derzeit auf einer Delegationsreise mit Wirtschafts- und Wissenschaftsexperten in China und Japan aufhält, in Shanghai an einer vorgezogenen Eröffnungsfeier für eine deutsche Augenklinik teil. Die Hamburger Euroeyes Deutschland GmbH mit derzeit 21 Standorten und rund 300 Mitarbeitern will dort im kommenden Jahr ihre erste Außenstelle in China eröffnen. In drei Jahren sollen es dann insgesamt fünf sein, sagte Euroeyes-Chef Jörn Jörgensen. (dpa/abendblatt.de)