Menschlich gesehen

Auf China-Tour

Wenn alles glattläuft und er diskret im Hintergrund bleiben kann, hat er seine Arbeit perfekt gemacht. Uwe Ram ist Leiter der Abteilung für Internationale Zusammenarbeit in der Hamburger Senatskanzlei. Seit 18 Jahren organisiert der 54-Jährige aus Bergstedt die Auslandsreisen von Senatsmitgliedern, wie derzeit die von Bürgermeister Scholz nach China und Japan.

"Man muss sehr viele Interessen in Einklang bringen", beschreibt er die größte Herausforderung. Welche Botschaft will der Bürgermeister mit der Reise aussenden? Wo lauern womöglich Fallstricke?

"Man lernt ständig dazu", sagt Ram. Zum Beispiel, dass man in China keine weiß verpackten Geschenke übergeben soll - denn Weiß ist die Farbe des Todes. Manchmal merkt er auch erst im Nachhinein, was er an Tipps hätte geben sollen - wie in Indien, wo der damalige Wirtschaftssenator Erhard Rittershaus seinem Gesprächspartner zur Begrüßung kräftig auf die Schulter klopfte. Das gilt nicht nur als unhöflich, der schmächtige Inder kippte auch fast um.

"Ob alles gut läuft, weiß man erst, wenn alle in Hamburg zurück sind", sagt Ram, der schon Reisen in mehr als 50 Länder organisiert hat. Mit Ehefrau Christiane verreist er auch privat gern - am liebsten auf einem Segelboot des Hochseesportverbands Hansa. Im März segeln die Eltern eines Sohnes, 21, von Mallorca nach Elba - der Verband hat schon alles organisiert.