Elbe

Verursacher sollen Schadstoffe der Elbe selbst abbauen

Im Hafen werden pro Jahr acht Millionen Kubikmeter Sedimente ausgehoben. Umweltsenatorin kündigt eine länderübergreifende Zusammenarbeit an.

Hamburg. Mit einer Informationstour auf der Elbe hat sich Umweltsenatorin Anja Hajduk (GAL) aus dem Urlaub zurückgemeldet. Unter anderem stellte sie ein neues Projekt zur Sanierung der Sedimentschicht in der Elbe (ELSA) vor. In allen zehn Bundesländern, durch die die Elbe fließt, sollen künftig die Schadstoffe direkt bei den Verursachern, etwa der Chemieindustrie an der Oberelbe, abgebaut und entsorgt werden - und nicht erst, wenn die Schadstoffe im Hamburger Hafen angekommen sind.

"Zwar hat sich die Schadstoffbelastung der Elbe im Vergleich zu den 80er-Jahren deutlich verbessert, im Bodensatz gibt es aber immer noch viele Ablagerungen", sagte Hajduk. Ein Problem für Hamburg. Denn werden im Hafen Sedimente ausgebaggert, muss Hamburg diese auch entsorgen. Im Hafen werden pro Jahr acht Millionen Kubikmeter ausgehoben. "Deshalb ist es wichtig, beim Verursacher der Verschmutzung anzusetzen", sagte Hajduk.

Durch ELSA und eine Zusammenarbeit mit der internationalen Kommission zur Entlastung der Elbe (IKSE) soll auch Tschechien mit in die Verantwortung genommen werden. Bis zum Jahr 2027 soll der Bodensatz dadurch frei von Schadstoffen werden. So könnte Hamburg fast die Hälfte der rund 30 Millionen Euro, die jährlich für die Baggerung ausgegeben werden, einsparen, so Hajduk.

Gleichzeitig teilte die Senatorin aber auch mit, dass die Stiftung "Lebensraum Elbe" nicht mehr wie angekündigt bereits in diesem Jahr mit der praktischen Arbeit beginnen wird, sondern erst 2011. Mit der Stiftung, die über ein Gründungskapital von zehn Millionen Euro verfügt, soll die ökologische Qualität des Flusses als Ausgleich für die geplante weitere Elbvertiefung verbessert werden.

So sollten eigentlich schon ab 2010 neue Süßwasser-Wattflächen entwickelt, alte Elbarme wieder angebunden und dicke Schüttsteine aus dem Wasser gezogen werden. Ziel ist es, das Ufer besser zu schützen, damit sich neue und seltene Tier- und Pflanzenarten ansiedeln, wie der weltweit nur in Hamburg vorhandene Schierlings-Wasserfenchel, Schwarzpappeln, Neunaugen und Brandenten. Die angestrebten Maßnahmen könnten die Schäden der Elbvertiefung aber nicht sofort, sondern nur langfristig ausgleichen, betonte Hajduk.