Hamburg

Taiba-Moschee: Bereits 2000 wurde Hass gepredigt

Hamburg. Die geschlossene Taiba- bzw. Al-Kuds-Moschee in Hamburg ist seit vielen Jahren ein Treffpunkt für aggressive Islamisten weit über die Stadt hinaus. Dort haben sich immer wieder junge Muslime radikalisiert. Diese Radikalisierung führte einige Moschee-Besucher auch in den bewaffneten Heiligen Krieg, den Dschihad. Sie hieß zuletzt Taiba-Moschee, aber die Ausrichtung hatte sich nicht geändert. Bekannt wurde sie für ihre Verbindungen zu den Attentätern des 11. September 2001, die sich hier getroffen hatten. Das geht aus einem Bericht der Verfassungsschutzes hervor.

Am Montag hatte die Innenbehörde den Trägerverein der Moschee am Hamburger Steindamm verboten und damit auch die Moschee geschlossen. In der Verbotsverfügung stellte die Behörde fest, dass sich der Verein gegen die Verfassung und den Gedanken der Völkerverständigung richtete.

Die Geschichte der Moschee begann 1993: Damals gründete sich der „arabische Kulturverein e.V. Masjid Al-Kods“, der auch die Moschee betrieb. Zunächt gab es aber wenig Erkenntnisse der Behörden, wie ein Bericht des Verfassungsschutzes zeigt: Im Jahr 2000 hielt sich ein marokkanischer Hassprediger dort auf. Er rief zur Gewalt gegen sogenannte Ungläubige auf und wurde später in Marokko verurteilt.

Schon damals gingen die Todespiloten Marwan Al Shehhi, Mohammed Atta, Ziad Jarrah und deren Unterstützer Ramzi Binalshib, Said Bahaji und Mounir El Motassadeq regelmäßig in der Kuds-Moschee. Im Oktober 1999 feierte Bahaji dort seine Hochzeit, ein Video davon wurde nach den Anschlägen bekannt. Während der Zeremonie wurden Gedichte und Gesänge vorgetragen, die den bewaffneten Dschihad und den Märtyrertod verherrlichten.

Erst nach den Anschlägen vom 11. September 2001 auf das World Trade Center in New York wurde der Umfang der gewaltbereiten islamistischen Szene in Hamburg sichtbar. Es wurde deutlich, dass sich die Kuds-Moschee zu einem zentralen Treffpunkt von Al-Kaida-Unterstützern entwickelt hatte. Die Besucher kamen aus arabischen und nordafrikanischen Staaten, aber auch aus Staaten des ehemaligen Jugoslawien, aus Tschetschenien. Der Verfassungsschutz überwachte Al Kuds mit allen Mitteln.

Innerhalb der Moschee bildeten sich immer wieder kleinere Gruppen, in denen positiv über den Dschihad diskutiert wurde. So versuchte bereits 2003 eine Gruppe, sich Terroristen im Irak anzuschließen.

Im März 2009 reiste erneut eine Gruppe von Hamburger Dschihadisten aus der Moschee nach Pakistan/Afghanistan, sie wollten in ein Terrorlager. Einige erreichten tatsächlich das Kampfgebiet, und zumindest ein Mann schloss sich der terroristischen Islamischen Bewegung Usbekistans (IBU) an. Er trat unter dem Kampfnamen Abu Askar (siehe Foto) in deutschsprachigen Videos auf und ermunterte andere Muslime dazu, sich dem Dschihad anzuschließen.

Die verschiedenen Dschihad-Reisenden und die Attentäter des 11. September 2001 wurden von der Szene rund um die Moschee als Helden verehrt. Sie stärkten mit ihren Aktivitäten den Nimbus der Moschee als Hort des „wahren Glaubens“ und der „Helden“. Zentrale Person in der Moschee Innerhalb der Moschee war zuletzt der als Imam tätige Mamoun Darkazanli . Er hatte in den 90er-Jahren einer Al-Kaida-Zelle in Spanien angehört und hatte auch Kontakte zu den Attentätern des 11. September.