Hamburg

Neues Medizinzentrum für die HafenCity – mit Prof. Kuck

Professor Karl-Heinz Kuck (l.) mit Anita Lischke und Christian Harisch vom Lanserhof.

Professor Karl-Heinz Kuck (l.) mit Anita Lischke und Christian Harisch vom Lanserhof.

Foto: Roland Magunia / HA

Der renommierte Herzspezialist aus St. Georg soll beim Aufbau helfen. Lanserhof verlegt seine Firmenzentrale nach Hamburg.

Hamburg. Wenn Professor Karl-Heinz Kuck in knapp zwei Wochen zum letzten Mal einen Herzpatienten in der Asklepios Klinik St. Georg behandelt, geht eine Ära zu Ende: Ein Vierteljahrhundert hat der Mediziner in dem Krankenhaus gearbeitet, es zu einem der „besten Kardiologie-Zentren der Welt“ gemacht. Am 30. Juni hört er auf – um als Arzt an anderer, bekannter Stelle weiterzuarbeiten.

„Herz-Papst“ Kuck wird Teil des Managements der Lanserhof-Gruppe, die große Gesundheitsresorts in Österreich, Deutschland und Großbritannien betreibt, in Hamburg das Lans Medicum am Stephansplatz. „Ich hatte schon lange den Traum, Professor Kuck für uns zu gewinnen“, sagt Christian Harisch. Der Vorstandschef und Miteigentümer des Lanserhofs hat nicht nur mit dem Herzspezialisten, sondern auch mit dem Standort Hamburg große Pläne.

Lanserhof will seine Zentrale in die HafenCity verlegen

So schnell wie möglich will das Unternehmen, das rund 1500 Mitarbeiter hat, seine Zentrale in die Hansestadt verlegen – was auch deshalb passt, weil 2021 in List auf Sylt ein neues Gesundheitsresort eröffnet werden soll. „Wir suchen gerade ein Grundstück in der HafenCity, auf dem unser neuer Firmensitz entstehen soll“, so Harisch. Gebraucht wird eine Fläche von 20.000 Quadratmetern, in einem „ästhetisch anspruchsvollen Gebäude“, wo „das größte Zentrum für präventive, regenerative und digitale Medizin entstehen soll“, so Harisch.

Genau das ist es, was Kuck reizt. „Ruhestand interessiert mich nicht“, sagt der 67 Jahre alte Hochleistungsmediziner. „Ich habe 18 Jahre für das Universitäts­klinikum Eppendorf und 25 Jahre am AK St. Georg gearbeitet. Jetzt gehe ich die nächsten 20 Jahre an.“ Er habe schon als Kind davon geträumt, Arzt zu werden, sein Leben seien die Medizin und die Arbeit mit Patienten. Daran würden weder sein Alter noch die Vorkommnisse der jüngeren Vergangenheit etwas ändern.

Kuck war zwischenzeitlich die Zulassung entzogen worden

Die Gesundheitsbehörde hatte Kuck 2018 die Zulassung als Arzt entzogen, weil der international renommierte Kardiologe 2016 wegen Abrechnungsbetrugs verurteilt worden war. Im Januar kassierte das Verwaltungsgericht diese Behörden-Entscheidung. Kuck sei wegen seiner integren Arbeit für Kassen- und Privatpatienten würdig, weiter als Arzt zu arbeiten, er habe seine Abteilung einwandfrei organisiert, hieß es in der Begründung.

Zuvor hatten sich Ärzte und Persönlichkeiten aus allen Teilen der Gesellschaft dafür starkgemacht, dass Kuck weiter als Arzt arbeiten kann. „Der Druck war groß für mich in dieser Zeit“, sagt Kuck. „Ich musste ja jeden Tag arbeiten, das war ich den Patienten schuldig.“

Lanserhof braucht "die besten Leute" – deswegen soll Kuck kommen

Bis Ende Juni ist der Kardiologe noch für Asklepios tätig, am 1. August beginnt sein Vertrag beim Lanserhof. „Präventiv- und Digitalmedizin werden die Aufgaben der Zukunft“, sagt Kuck zu den Plänen seines neuen Arbeitgebers. „Wir treten in eine neue Ära der Krankheitsverhinderung ein.“ Harisch sagt, dass sich wahrscheinlich niemand vorstellen könne, wie „radikal die Medizin sich im nächsten Jahrzehnt verändern wird“.

Um vorbereitet zu sein, bräuchte der Lanserhof „die besten Leute“, zu denen Kuck zweifelsohne gehöre. „Ich möchte sowohl für meine Patienten da sein als auch weiter operieren“, sagt der Arzt. Weil Letzteres im Lanserhof weder möglich noch geplant ist, führt Kuck Gespräche mit Krankenhaus-Betreibern.