Gesundheit

Online-Arztpraxis eröffnet im August ein Büro in Hamburg

David Meinertz ist Gründer und Chef von Europas größter Online-Arztpraxis, die bis vor kurzem DrEd hieß.

David Meinertz ist Gründer und Chef von Europas größter Online-Arztpraxis, die bis vor kurzem DrEd hieß.

Foto: Andreas Laible / A.Laible

Londoner Telemedizin-Firma Zava kommt in die Stadt. Der Gründer ist ein Hamburger. Beratungen per Internet ab neun Euro.

Hamburg.  Eine der größten Online-Arztpraxen kommt nach Hamburg: Das Londoner Unternehmen Zava, nach eigener Darstellung ein Pionier auf dem Gebiet der Telemedizin, plant die Eröffnung eines Standorts in der Hansestadt im August 2019. „Hier werden zu Beginn fünf festangestellte Ärzte über das Internet Patienten aus ganz Deutschland beraten und behandeln“, sagt eine Zava-Sprecherin. Aktuell habe die Firma 190 Beschäftigte, alle in London.

Seit 2011 hat das bisher aus 20 Personen bestehende Ärzteteam von Zava bereits in drei Millionen Fällen medizinische Leistungen für Patienten erbracht, davon 600.000 für Kunden aus Deutschland und rund 17.000 für Patienten aus Hamburg. „Vom Sommer an werden die Ärzte am Standort in Hamburg einen Großteil der deutschen Patienten übernehmen“, erklärt die Sprecherin.

Auch der Hamburger Asklepios-Konzern plant ein Telemedizinangebot per Videokonferenz

Um die Leistungen in Anspruch nehmen zu können, füllen die Patienten zunächst einen Online-Fragebogen aus. Der Arzt entscheide anhand dieser Informationen, welche Art der Beratung für den Patienten in Frage komme und ob eine weitere Konsultation per Telefon, Video oder E-Mail notwendig sei, heißt es von Zava. Falls erforderlich, stelle der Arzt ein Rezept aus, das auf Wunsch des Patienten direkt an eine Versandapotheke geschickt werde. Die Kosten für eine Beratung bzw. Behandlung betragen laut Zava zwischen neun bis 29 Euro, bei aufwändigeren Diagnosen und Tests 29 bis 49 Euro. Hinzu kommen die Kosten für das Medikament.

Bis vor kurzem trat Zava unter dem Namen DrEd auf. Nach Auffassung des Firmengründers David Meinertz, eines gebürtigen Hamburgers, ist Telemedizin schon wegen des demografischen Wandels und der zunehmenden Wartezeiten auf eine Behandlung bei den Ärzten vor Ort sinnvoll: „Patienten erhalten immer seltener die nötige medizinische Versorgung genau dann, wenn sie diese brauchen.“ Auch der Hamburger Klinikkonzern Asklepios will noch in diesem Jahr ein Telemedizinangebot per Videokonferenz starten. Die rechtliche Grundlage dafür wurde in Deutschland erst im vergangenen Jahr geschaffen.