Blizzard über Norddeutschland

Höchstens ein Mal in hundert Jahren sei eine Wetterlage wie die im Winter 1978/79 möglich, sagt Meteorologe Karsten Brandt. "Die Katastrophe verlief...

Höchstens ein Mal in hundert Jahren sei eine Wetterlage wie die im Winter 1978/79 möglich, sagt Meteorologe Karsten Brandt. "Die Katastrophe verlief wie ein Blizzard, mit extrem kalter Luft aus Nordosten. Normalerweise wärmen Golfstrom und Nordsee diese Luft auf, bevor sie zu uns kommen kann." Günter Delfs, Meteorologe beim Seewetteramt, spricht von ungewöhnlich großen Gegensätzen: "Über Skandinavien stand ein Hochdruckgebiet, das sich nicht bewegte. Südlich eines Hochs entstehen Winde aus Nordost, auch diesmal. Entlang dem englischen Kanal war ein Tiefdruckgebiet entstanden, das sich ebenfalls nicht rührte", sagt Delfs. "Wir lagen genau zwischen Temperaturen von 15 Grad auf der einen bis zu minus zwölf Grad auf der anderen Seite. So kämpften beide Luftdruckgebiete gegeneinander. Sie versuchten, sich auszugleichen, zwischen ihnen entstand mehr Wind", so der Meteorologe. Die Folge: Sturm, teils mit Windstärke acht, fegte über Norddeutschland hinweg. Die Lage beruhigte sich erst, als das Hochdruckgebiet sich ausbreitete und zu uns gelangte."