Konjunktur

Wirtschaftsexperten erwarten Rezession in Deutschland

Baukräne vor dunklen Wolken. Wirtschaftsexperten warnen vor einer Rezession.

Baukräne vor dunklen Wolken. Wirtschaftsexperten warnen vor einer Rezession.

Foto: Britta Pedersen/dpa-Zentralbild/dpa

Statt mit einem deutlichen Wirtschaftswachstum muss Deutschland im kommenden Jahr mit einer Rezession rechnen. Schuld ist die Energiekrise

Berlin. Im Frühjahr waren die führenden deutschen Wirtschaftsinstitute für das nächste Jahr noch von einem Wachstum von 3,1 Prozent ausgegangen. Ihre Prognose müssen die Expertinnen und Experten angesichts des Ukraine-Kriegs und der Energiekrise nun deutlich nach unten korrigieren.

In ihrem am Donnerstag veröffentlichten Herbstgutachten rechnen sie 2023 im Jahresdurchschnitt mit einem Rückgang der Wirtschaftsleistung um 0,4 Prozent.

Rezession: Experten warnen vor „permanentem Wohlstandsverlust“

Als Hauptgrund für das Einbrechen der Konjunktur nennen die Fachleute die stark gestiegenen Gaspreise. Diese erhöhten die Energiekosten „drastisch“ und führten zu einem „massiven gesamtwirtschaftlichen Kaufkraftentzug“, hieß es zur Begründung. Die Zuspitzung auf den Gasmärkten bedeute für Deutschland einen „permanenten Wohlstandsverlust“.

Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) dürfte in diesem Jahr um 1,4 Prozent zulegen - trotz eines Rückgangs in der zweiten Jahreshälfte. Nach der Rezession 2023 rechnen die Institute 2024 dann mit einem Anstieg um 1,9 Prozent.

Inflation soll 2023 Marke von 8,8 Prozent erreichen

Die Inflation dürfte nach Einschätzung der Experten im kommenden Jahr die Marke von im Schnitt 8,8 Prozent erreichen - nach 8,4 Prozent in diesem Jahr. Erst 2024 werde „allmählich wieder“ die Marke von zwei Prozent erreicht.

Beteiligt an der Frühjahrsprognose sind das Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung in Essen (RWI), das Leibniz-Institut in Halle (IWH), das Münchner Ifo-Institut und das Institut für Weltwirtschaft (IfW) in Kiel. Ihr Gutachten dient der Bundesregierung als Grundlage für ihre eigene Prognose. (afp/fmg)

Dieser Artikel erschien zuerst auf morgenpost.de.

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