Hohe Energierechnung

In drei Hamburger Stadtteilen steigen Stromkosten stark an

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Steigende Strompreise: Nach den Berechnungen von Check24 müssen die Verbraucher in drei Hamburger Stadtteilen für 2022 mit besonders hohen Zusatzkosten rechnen.

Steigende Strompreise: Nach den Berechnungen von Check24 müssen die Verbraucher in drei Hamburger Stadtteilen für 2022 mit besonders hohen Zusatzkosten rechnen.

Foto: picture alliance

Nicht nur der Preis für den elektrischen Strom steigt. Wo Verbraucher mit besonders hohen Zusatzkosten rechnen müssen.

Hamburg.  Nicht nur steigende Preise für den elektrischen Strom selbst lassen die Energierechnung von privaten Haushalten und Unternehmen steigen, auch die sogenannten Netznutzungsen­t­gelte werden im nächsten Jahr im Durchschnitt um fünf Prozent erhöht. Das geht aus einer Erhebung des Vergleichsportals Check24 hervor, die dem Abendblatt vorliegt. Diese Entgelte werden von den Netzbetreibern für die Durchleitung von Strom oder Gas erhoben, die Versorgungsunternehmen geben sie in der Rechnung an ihre Kunden weiter.

Nach den Berechnungen von Check24 müssen die Verbraucher in drei Hamburger Stadtteilen für 2022 mit besonders hohen Zusatzkosten rechnen: In Duvenstedt, Lemsahl-Mellingstedt und Wohldorf-Ohlstedt ist die Schleswig-Holstein Netz AG der zuständige Netzbetreiber. Nach den Berechnungen von Check24 steigen dort die Netzentgelte im nächsten Jahr sogar um 18 Prozent. Das ist der bundesweit höchste Wert.

Netznutzungsentgelte: Mehrbelastung beim Strompreis

„Die Netznutzungsentgelte werden 2022 für eine Mehrbelastung beim Strompreis sorgen“, sagt Steffen Suttner, Geschäftsführer Energie bei Check24. „Hinzukommen gestiegene Einkaufskosten.“ Für eine Familie mit einem Verbrauch von 5000 Kilowattstunden im Jahr bedeute das jährliche Mehrausgaben von 87 Euro. Das jährliche Netznutzungsentgelt steigt in den betreffenden Stadtteilen von 490 Euro auf 577 Euro.

Stromnetz Hamburg, das die meisten Leitungen in der Stadt betreibt, wollte sich auf Abendblatt-Anfrage nicht zur Höhe der Netznutzungsentgelte im nächsten Jahr äußern. Sprecherin Anette Polkehn-Appel sagte, man dürfe die Gebührenhöhe nicht vor dem 15. Oktober bekannt geben. „Da sind uns klare Vorgaben gemacht.“ Gesetzlich vorgegeben ist jedoch, dass Netzentgelte „unmittelbar nach deren Ermittlung, aber spätestens zum 15. Oktober eines Jahres für das Folgejahr“ veröffentlicht werden müssen. „Nur so ist es möglich, dass uns bereits für 64 Prozent aller Postleitzahlgebiete die Daten für 2022 vorliegen“, sagte ein Sprecher von Check24.

2020 hatte Stromnetz Hamburg die Gebühren um 7,5 Prozent erhöht. Seit die Stadt das Stromnetz 2014 von Vattenfall übernommen hat, sind die Netzentgelte um knapp 30 Prozent gestiegen – doppelt so stark wie im Bundesdurchschnitt.

( stp )

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