Klimaschutz

Neuer Kraftstoff: Hapag-Lloyd fährt jetzt mit Frittenfett

Das Containerschiff "Montreal Express" von Hapag LLoyd fährt auf der Elbe in Richtung Hamburg. Die Linienreederei Hapag-Lloyd mengt dem Kraftstoff jetzt Altöle aus der Gastronomie bei.

Das Containerschiff "Montreal Express" von Hapag LLoyd fährt auf der Elbe in Richtung Hamburg. Die Linienreederei Hapag-Lloyd mengt dem Kraftstoff jetzt Altöle aus der Gastronomie bei.

Foto: dpa Picture-Alliance / Christian Charisius / picture alliance / dpa

Hamburger Reederei testet auf Containerschiff „Montreal Express“ einen Biokraftstoff aus Altölen aus der Gastronomie.

Hamburg. Hapag-Lloyd testet einen neuen Treibstoff, um klimaschädliche Emissionen zu vermindern. Die Hamburger Traditionsreederei hat die „Montreal Express“ in Rotterdam mit einem „B20“ genannten neuen Biokraftstoff betankt. Sie ist damit das erste Containerschiff in der Flotte der Hamburger, das mit Frittenfett fährt.

„B20“ besteht nämlich zu 80 Prozent aus schwefelarmen Treibstoff und zu 20 Prozent aus einem Biokraftstoff auf Basis von Altspeiseölen und -fetten. Diese wurden zuvor in der Gastronomie verwendet. Im Vergleich zu herkömmlichen Treibstoffen stößt der Biokraftstoff bis zu 90 Prozent weniger CO2-Emissionen aus, behauptet das Schifffahrtsunternehmen mit Sitz am Ballindamm. Mit dem Test gehe man einen weiteren Schritt in Richtung mehr Klimaschutz.

Bei Erfolg erhalten weitere Schiffe Biokraftstoff

„Bis Ende dieses Jahres wollen wir unsere spezifischen CO2-Emissionen im Vergleich zum Referenzjahr 2008 um 50 Prozent gesenkt haben. Biokraftstoffe wie ,B20’ können uns helfen, dieses Ziel zu erreichen“, sagte Jörg Erdmann, Chef der Nachhaltigkeitsabteilung der Reederei. „Der Treibstoff ist nicht nur schwefelarm, sondern stößt bei der Verbrennung auch weniger klimaschädliches CO2 aus.“

Noch handelt es sich nur um einen Test: „Wir prüfen, ob der Anteil an Biotreibstoff keine nachteiligen Effekte auf das Material und die Brennstoffaufbereitung an Bord des Schiffes hat. Sollte der Test erfolgreich verlaufen, könnten künftig weitere Schiffe aus der Hapag-Lloyd-Flotte mit dem neuen Treibstoff fahren“, sagte Jan Christensen, der Einkaufschef bei Hapag-Lloyd.

Schwefel-Ausstoß der Schiffe wurde bereits gesenkt

Bereits Anfang des Jahres hat die internationale Schifffahrt ihren Schwefelausstoß gesenkt: Die Weltflotte fährt nur noch mit Treibstoff mit einem Schwefelanteil von 0,5 Prozent anstatt wie bisher mit 3,5 Prozent.

Die „Montreal Express“ gehört zu den mittelgroßen Schiffen. Sie ist 281 Meter lang und kann 4400 Container transportieren. Das Schiff verkehrt zwischen Kanada und Europa.