Hamburg

Sie liefern die Software für die Elbphilharmonie

Die HS-Chefs (v.l) Walter Ullmer, Thomas Schünemann, Ulrich Brehmer und
Markus Fröhlich.

Die HS-Chefs (v.l) Walter Ullmer, Thomas Schünemann, Ulrich Brehmer und Markus Fröhlich.

Foto: Roland Magunia

Die Hamburger Firma HS feiert in dieser Woche ihr 40-jähriges Bestehen und will das Personal aufstocken.

Hamburg.  Dass ein Computerprogramm für Finanzbuchhaltung einfach, intuitiv und von Laien bedienbar ist, war im Jahr 1979 alles andere als selbstverständlich. Um genau so etwas zu entwickeln, taten sich damals drei Hamburger zusammen, die sich als Wirtschaftsinformatikstudenten an der Uni kennengelernt hatten. Ihr Produkt überzeugte sogar IBM: Nachdem man gegen internationale Konkurrenz eine Ausschreibung des US-Konzerns gewonnen hatte, verkaufte die junge Firma namens Hamburger Software (HS) ihre Programme zwischen 1984 und 1996 unter dem IBM-Logo, die Mitarbeiterzahl kletterte in diesem Zeitraum von drei auf 120 Personen.

Inzwischen sind es 175 Beschäftigte, die in dieser Woche das 40-jährige Bestehen des Unternehmens feiern. Sie erarbeiten – nun längst unter der eigenen Marke – Standardsoftware für Unternehmen, vor allem in den Bereichen Finanzbuchhaltung, Personalabrechnung und Warenwirtschaft. Das tut auch der ebenfalls in den 1970er-Jahren gegründete Konzern SAP aus Walldorf, nur hat er sich auf sehr große Kunden rund um die Welt konzentriert. HS dagegen zielt auf den Mittelstand. Zu den 8000 Kunden, alle im deutschsprachigen Raum, gehören die Elbphilharmonie, das Ohnsorg-Theater, Hagenbecks Tierpark, die Deutsche Fußball Liga, der ADAC sowie die Uhrenhersteller Nomos Glashütte und August Lange & Söhne.

Beratungsgeschäft verstärken

„Wir haben es nie bedauert, den Weg von SAP nicht mitgegangen zu sein“, sagt Walter Ullmer, der wie Thomas Schünemann zum Gründerteam gehört; beide sind als geschäftsführende Gesellschafter noch mit an Bord. Der Umsatz von 13,5 Millionen Euro soll „stetig“ weiter zunehmen, doch auch Zukäufe seien nicht ausgeschlossen, so Ullmer. Wachstumspotenzial sieht Markus Fröhlich, einer der beiden operativen Geschäftsführer, nicht zuletzt in der Digitalisierung von Dokumentenbeständen: „Erst rund zehn Prozent unserer Kunden haben ein System dafür, da bietet sich noch viel Spielraum für uns.“

Perfektionierte Standardlösung

Außerdem will man das Beratungsgeschäft verstärken und das bisherige Team von 15 Mitarbeitern innerhalb der nächsten Jahre auf den doppelten Umfang aufstocken. Zwar wird es für HS angesichts der zunehmenden Zahl von Niederlassungen internationaler Technologiekonzerne in Hamburg nicht einfacher, geeignetes Personal zu finden. Doch das Unternehmen hat mit der eigenen Ausbildung von Fachinformatikern gute Erfahrungen gemacht. „Wir können auch mehr und mehr Frauen für diesen Beruf begeistern“, sagt Fröhlich. Unter den fünf jungen Menschen, die in diesem Jahr bei HS ihre Ausbildung beginnen, sind drei Frauen.

Im Unterschied zur Ausrichtung vieler kleiner Softwareanbieter gehe es bei der Firma, die ihren Sitz in der City Nord hat, nicht darum, eine große Zahl einzelner Aufträge von verschiedenen Kunden abzuarbeiten, sondern um die Entwicklung einer möglichst perfektionierten Standardlösung, ergänzt Ullmer. „Das ist etwas für Leute, die lieber gut arbeiten als schnell arbeiten wollen.“

Und im Hinblick auf die Umgangsformen müsse man die US-Technologiekonzerne nicht kopieren, so Fröhlich: „Alle hier im Unternehmen duzen sich – das ist schon seit 40 Jahren so.“