Fall "Sonnenschein39"

Nach Abendblatt-Bericht: Ebay entschädigt Betrugs-Opfer

Verkäufer soll Hunderte Ebay-Kunden um mehr als 250.000 Euro betrogen haben. 940 Geschädigte erstatteten Strafanzeige gegen "sonnenschein39".

Hamburg/Ingolstadt. Das ist eine wirklich gute Nachricht für Hunderte Ebay-Kunden in der Vorweihnachtszeit: Das Online-Auktionshaus hat gegenüber abendblatt.de bestätigt, dass alle Geschädigten des Verkäufers "sonnenschein39" ihr Geld zurückerhalten. Ebay-Sprecherin Maike Fuest: "Da es sich in diesem Ausnahmefall wohl um einen technischen Fehler unsererseits handelt, werden wir allen Käufern den vollen Preis erstatten. Die Betroffenen werden in Kürze angeschrieben. Die Abwicklung erfolgt über PayPal." Der Schaden beläuft sich auf mindestens 250.000 Euro.

Mit günstigen Angeboten für begehrte Elektroartikel wie zum Beispiel Smartphones soll "sonnenschein39" zuvor Hunderte Ebayer in die Falle gelockt haben. Die Kunden zahlten per Vorkasse, doch die Ware wurde nie geliefert. Ebay-Mitglieder warfen dem Online-Auktionshaus daraufhin vor, dass "sonnenschein39“ trotz zahlreicher Beschwerden und erfolgter Sicherheitsüberprüfung, nach kurzer Zeit wieder als Verkäufer aktiv war und weitere Kunden um ihr Geld brachte.

Ebay-Sprecherin Maike Fuest: "Uns ist der Nutzer sonnenschein39 bereits Ende Oktober aufgefallen. Daraufhin haben wir ihn am 28. Oktober 2011 gesperrt.“ Die Sperre sollte das Pärchen (40 und 38 Jahre), dass unter dem Pseudonym agierte, daran hindern weiter zu verkaufen. "Allerdings gab es ein technisches Problem bei der Sperre, so dass der Nutzer weitere Angebote einstellen konnte“, sagt Fuest.

Wenige Tage später wurde eine zweite Sperre eingerichtet - wieder vergeblich. "Sonnenschein39" machte weiter. "Es handelt sich dabei um ein Problem, dessen Ursache bei uns noch nicht abschließend geklärt ist", sagt die Ebay-Sprecherin. Sie versichert aber, dass es sich hier um den einzigen Fall handelt, in dem solche Schwierigkeiten aufgetreten sind.

Verkäufer "sonnenschein39“ hatte sich vor Beginn der möglichen Betrugs-Serie mit 622 positiven Bewertungen einen großen digitalen Vertrauensvorschuss erworben. Seit Anfang November summierten sich aber immer mehr negative Kommentare auf dem Konto des Ebayers - bis heute sind es 211 Bewertungen. Die Kriminalpolizei Ingolstadt ermittelt wegen gemeinschaftlichen, gewerbsmäßigen Warenbetrugs. Die beiden Verdächtigen wurden bislang nicht gefasst.

Das Pärchen warb mit günstigen Hightechgeräten. Im Angebot hatten sie unter anderem das Smartphone Samsung Galaxy S2 und die Spielekonsole Sony Playstation 3. Diese stehen ganz oben auf dem Wunschzettel vieler Deutscher. Zwei Drittel der Bundesbürger wollen in diesem Jahr zum Fest hochwertige Elektronik verschenken oder anschaffen. Das hat eine Umfrage des Aris-Institutes ergeben. Etwa jeder Sechste plant den Kauf eines Smartphones oder Handys. Ebenfalls beliebt: Die angebotene Spielekonsole, die jeweils acht Prozent der Bürger unter den Weihnachtsbaum legen wollen.