RWE

Stromkonzern rechnet mit Einbußen nach Japan-Gau

Der Energieversorger RWE geht von Ergebniseinbußen durch das Atommoratorium aus, das nach dem Super-GAU in Japan beschlossen wurde.

Essen. Angesichts der Atomkatastrophe in Japan stellt der Energiekonzern RWE seine Gewinnziele für die nächsten Jahre infrage. Durch Fukushima und das Atommoratorium in Deutschland hätten sich die „Berechnungsgrundlagen und die Gewichtungen in der Branche verschoben“, sagte Vorstandsvorsitzender Jürgen Großmann der „Börsen-Zeitung“.

"Die Mittelfristziele des Konzerns würden deshalb “auf den Prüfstand gestellt". Deutschlands größter Energieversorger E.ON hält dagegen an seinen Prognosen fest.

Allein durch das Atommoratorium erwartet RWE Großmann zufolge in diesem Jahr Ergebniseinbußen in “dreistelliger Millionenhöhe". RWE habe den Strom aus den nun abgeschalteten Biblis-Blöcken bereits auf Termin verkauft und müsse ihn nun zu höheren Preisen am Markt zurückkaufen, sagte der Manager.

Mittelfristig seien allerdings auch positive Effekte durch den Ausfall der Atomkapazitäten zu erwarten, beispielsweise aufgrund der steigenden Strompreise.

RWE hatte erst im Februar seine Gewinnziele nach unten revidiert. Bislang ging der Essener DAX-Konzern davon aus, dass das Betriebsergebnis in den ohnehin schwierigen nächsten Jahren bis 2013 um gut ein Drittel im Vergleich zu 2010 sinken wird. Das bereinigte, sogenannte nachhaltige Nettoergebnis soll 2013 um fast 50 Prozent unter dem bisherigen Niveau liegen.

Im Gegensatz zu RWE plant der Düsseldorfer Energieriese E.ON derzeit keine Überprüfung seiner mittelfristigen Ergebnisprognosen. Aufgrund der gegenwärtigen Faktenlage gebe es dafür keinen Grund, sagte ein Sprecher.

E.ON verfügt zwar über einen ähnlich hohen Kernkraftanteil wie RWE, ist aber aufgrund seiner ansonsten unterschiedlichen Kraftwerksstruktur deutlich weniger vom erwarteten Anstieg des Preises für CO2-Zertifikate betroffen. Außerdem ist die Abhängigkeit des Konzerns vom deutschen Markt geringer als bei RWE.