Sturmtief

Unwetter in Deutschland: Mehr als 30 Verletzte und ein Toter

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Böen, Sturm, Orkan: Was die Windstärken bedeuten

Böen, Sturm, Orkan: Was die Windstärken bedeuten

Im Wetterbericht ist von Sturm die Rede oder von Windstärke 11. Aber was bedeutet das genau, wie stark bläst der Wind dann?

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Über Teile Deutschlands fegte ein schweres Unwetter hinweg. Tief "Emmelinde" sorgte für Verwüstung, es gab Verletzte und einen Toten.

Berlin. 
  • Tief "Emmelinde" verwüstete viele Teile Deutschlands
  • Dem Deutschen Wetterdienst zufolge bildeten sich am Freitag mindestens drei Tornados
  • Ein Mann kam durch einen Stromschlag ums Leben

Über Teile Deutschlands fegte am Freitag ein schweres Unwetter hinweg. Besonders in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz sorgte das Tief "Emmelinde" für Verwüstung. Am stärksten getroffen wurden die beiden Städte Paderborn und Lippstadt. In Paderborn wurden insgesamt 43 Menschen verletzt, zehn davon schwer. Eine Frau schwebte am Freitagabend in Lebensgefahr und musste in ein Krankenhaus in Bielefeld geflogen werden.

Die Polizei sprach von einer "Schneise der Verwüstung". Zahlreiche Dächer, Autos und Häuser seien zerstört, die Schäden dürften demnach in die Millionen gehen. Laut dem Deutschen Wetterdienst sollen sich in der Region während besonders heftiger Gewitter auch mindestens drei Tornados gebildet haben.

Laut Deutschem Wetterdienst (DWD) traten im bevölkerungsreichsten Bundesland Nordrhein-Westfalen Tornados in Paderborn, Lippstadt und in Lütmarsen, einem Ortsteil der ostwestfälischen Stadt Höxter, auf. Diese drei bestätigten Tornados hätten sich in Zusammenhang mit besonders kräftigen Gewittern gebildet, erläuterte ein DWD-Sprecher. Es habe noch weitere Tornado-Verdachtsmeldungen für Ratingen bei Düsseldorf und aus dem Sauerland gegeben, die aber noch geprüft werden müssten.

Im besonders betroffenen Paderborn standen nach Angaben der Polizei umfangreiche Aufräumarbeiten an. Auch das Hauptdienstgebäude der Polizei in Paderborn wurde schwer beschädigt. Bürgermeister Michael Dreier (CDU) sagte am Samstag, im Herzen der Stadt, wo der neue zentrale Busbahnhof entstehe, seien Ampeln wie Streichhölzer umgeknickt. Leitplanken seien wie Papierschnipsel durch die Luft geflogen. Aufgewirbelte Dachziegel hätten sich in die Fassaden benachbarter Häuser „gefressen“.

In Rheinland-Pfalz ist ein 38-jähriger Mann ums Leben gekommen. Der Mann habe beim Betreten seines durch den Starkregen unter Wasser stehenden Kellers einen Stromschlag erlitten, sei dadurch zu Fall gekommen und vermutlich mit dem Kopf aufgeschlagen, wie die örtliche Polizei mittteilte.

Unwetter in Deutschland: Verletzte und ein Toter

In Mittelfranken stürzte durch das Unwetter eine Holzhütte ein. Dabei wurden 14 Menschen verletzt, darunter mehrere Kinder. Eine 37 Jahre alte Frau sei mit schwersten Verletzungen in eine Klinik geflogen worden, sagte eine Polizeisprecherin. In wurde ein Mann verletzt, nachdem ein Baum auf sein Auto gefallen war.

Im Raum Nürnberg kam es am Freitagabend zu Einschränkungen im Zugverkehr, nachdem zahlreiche Bäume auf die Gleise gefallen waren. Bereits im Vorfeld des Unwetters hatte die Deutsche Bahn Verspätungen und Zugausfälle durch die Wetteranlage angekündigt.

Tief "Emmelinde": Mittel- und Ostdeutschland blieben weitestgehend verschont

Die Bundesländer Sachsen, Thüringen und Sachsen-Anhalt blieben entgegen der Wettervorhersage am Freitagabend vielerorts vom Unwetter verschont. Am stärksten habe es in der Region Magdeburg geregnet mit bis zu 25 Litern pro Quadratmeter in einer Stunde, erklärte Sebastian Balders vom Deutschen Wetterdienst (DWD) in Leipzig.

In Thüringen kam am späten Freitagabend ein Autofahrer im Saale-Orla-Kreis aufgrund von Aquaplaning mit seinem Fahrzeug von der Straße ab und krachte gegen eine Betonwand, wie die Polizei mitteilte. Er und drei Mitfahrer wurden leicht verletzt. Die Band Rammstein musste kurzzeitig das erste Deutschland-Konzert ihrer Tour in Leipzig wegen des starken Gewitters unterbrechen.

Berlin und Brandenburg blieben weitestgehend von schwerem Unwetter verschont. Zwar regnete es in der Hauptstadt ausgiebig und es blitzte und donnerte vereinzelt. Die Einsatzlage sei aber "absolut ruhig", sagte ein Sprecher der Berliner Feuerwehr am späteren Abend. Amtliche Unwetterwarnungen vor starkem Gewitter blieben aber vorerst bestehen. (lhel/dpa)

Dieser Artikel erschien zuerst auf morgenpost.de.