Corona-Pandemie

Neue Corona-Mutation: Das müssen Sie über Lambda wissen

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Corona: Das ist über die Lambda-Variante bekannt

Corona: Das ist über die Lambda-Variante bekannt

Neue Coronavirus-Varianten sind weiterhin auf dem Vormarsch. Die in Lateinamerika verbreitete Lambda-Variante ist nun auch in Europa angekommen. Was bereits über die Mutation bekannt ist, erfahren Sie im Video.

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Die zuerst in Südamerika aufgetretene Lambda-Variante des Coronavirus ist auch in Europa angekommen. Das müssen Sie zur Mutante wissen.

Berlin. 
  • Mit der neuen Lambda-Mutation breitet sich eine neue Variante in Europa aus
  • In Spanien ist bereits ein Ausbruch auf die zuerst in Südamerika entdeckte Mutation zurückzuführen
  • Das ist bislang über die neue Corona-Mutation mit der Bezeichnung C.37 bekannt

Während in Deutschland Geschäfte und Gastronomie ihre Türen öffnen, das normale Leben wieder an Fahrt gewinnt, trüben Nachrichten über neue Corona-Mutationen die Stimmung. Nun ist auch die zunächst in Südamerika aufgetretene Lambda-Variante des Coronavirus in Europa angekommen – und verbreitet sich.

Berichten spanischer Medien zufolge steht sie im Verdacht, rund 80 Infektionen in Kantabrien, einer Region an der Nordküste Spaniens, verursacht zu haben. Auch in Großbritannien gibt es bereits sechs bestätigte Fälle der Lambda-Variante.

Was ist die Lambda-Variante?

Die auch Anden-Variante oder C.37 genannte Mutante wurde erstmals im Dezember 2020 in Peru entdeckt und hat sich seitdem in mindestens 29 Ländern verbreitet, vor allem in Südamerika. In Peru breitete sie sich daraufhin schnell aus. Kurz nach ihrer Entdeckung war sie für nur 0,5 Prozent der Erkrankungen verantwortlich. Im Mai und Juni machte die Variante jedoch bereits 82 Prozent der dortigen Infektionen aus. Außerdem war Lambda laut BBC auch für 37 Prozent der Fälle in Argentinien und 32 Prozent der Fälle in Chile verantwortlich.

Lambda-Variante C.37: WHO beobachtet Ausbreitung

Seit Mitte Juni steht Lambda unter besonderer Beobachtung der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Aufgrund ihrer Mutationen könnte die Virus-Variante möglicherweise ansteckender sein oder vom menschlichen Immunsystem schlechter bekämpft werden, erklärte die Genfer UN-Behörde. Belastbare Studien und gesicherte Erkenntnisse dazu lägen jedoch noch nicht vor.

Jairo Méndez-Rico, Experte für Viruserkrankungen bei der WHO, sagte der „Deutschen Welle“: „Bisher gibt es keine Hinweise auf ein aggressiveres Verhalten der Lambda-Variante. Obwohl die Möglichkeit einer höheren Ansteckungsrate besteht, haben wir noch nicht ausreichend belastbare Studien, um sie mit Gamma oder Delta vergleichen zu können.“

Keine andere Symptome als bei anderen Varianten

Bei Infektionen mit der Lambda-Variante seien bisher keine anderen Symptome gemeldet worden, als bei anderen Varianten, sagte Pablo Tsukayama gegenüber der BBC. Der Mikrobiologe vom Labor für mikrobielle Genomik in Peru war für die Untersuchungen zur Identifizierung von C.37 verantwortlich. Aus einzelnen Erzählungen von Ärzten wisse man lediglich, dass häufiger Darmprobleme auftreten können, so Tsukayama.

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Méndez-Rico: Wirksamstes Mittel gegen Mutanten ist die Impfung

Die Varianten Gamma und Delta gehören wie Alpha und Beta zu den besorgniserregenden Mutationen, die nachweislich ansteckender und schwerer zu bekämpfen sind als das ursprüngliche Coronavirus. Es gebe aber derzeit keine Hinweise darauf, dass die Varianten gefährlicher seien und zu einer höheren Sterblichkeit führten, sagt Méndez-Rico. „Es ist wahrscheinlich, dass Sars-CoV-2 in seinem evolutionären Prozess zwar ansteckender wird, aber gleichzeitig nicht schädlicher für den Wirt.“ Genaueres wisse man aber noch nicht.

Wirksamstes Mittel gegen alle Mutanten sei, so Méndez-Rico, die Corona-Impfung: „Alle von uns zugelassenen Impfstoffe gegen die weltweit zirkulierenden Corona-Varianten sind generell effektiv – und es gibt keinen Grund anzunehmen, dass sie dies bei Lambda weniger wären.“

Laut einer ersten Studie wirken zumindest die mRNA-Impfstoffe sehr gut gegen eine Infektion mit der Lambda-Variante. Allerdings wurde bisher nur im Labor untersucht, wie gut die durch die Impfung entwickelten Antikörper gegen die Mutante wirken. Probleme scheint es aber mit dem nicht in der EU zugelassenen Präparat des chinesischen Herstellers Sinovac zu geben.

(bef/jas/dpa)

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