Kriminalfall

Maddie McCann: Ermittler gehen wohl von Tod des Mädchens aus

Der Fall Maddie McCann

Der Fall Madeleine McCann ging 2007 weltweit durch die Medien. Bis heute ist der Vermisstenfall ungeklärt. Doch jetzt gibt es einen neuen Hauptverdächtigen.

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Jahrelang suchen die Eltern von Maddie McCann nach ihrer Tochter. Die Staatsanwaltschaft glaubt nicht mehr daran, dass sie noch lebt.

Berlin. 
  • Es gibt nach etwa 13 Jahren Suche keine große Hoffnung mehr, dass Maddie McCann noch am Leben ist
  • Im Juni dieses Jahres hatte der Fall Maddie McCann eine spektakuläre Wendung genommen
  • Nun scheint auch die Staatsanwaltschaft nicht mehr daran zu glauben, Maddie lebendig zu finden

Maddie ist tot. Das zumindest lässt sich aus den Worten des Braunschweiger Staatsanwalts Hans Christian Wolters lesen, der im Fall der seit 2007 verschwundenen Britin Madeleine „Maddie“ McCann ermittelt. Wolters sagte in einem Interview mit dem portugiesischen öffentlich-rechtlichen Sender RTP auf die Frage, ob es materielle Beweise für den Tod des Mädchens gebe: „Ja.“

Fall Madeleine: So kamen die Ermittler dem Verdächtigen auf die Spur
Fall Madeleine- So kamen die Ermittler dem Verdächtigen auf die Spur

Mit der knappen Antwort wollte sich die Journalistin zunächst nicht zufrieden geben. „Entschuldigen Sie, aber ich muss darauf bestehen: Welche Beweise haben Sie dafür, dass Madeleine tot ist? Haben Sie irgendein Video, das Madeleine tot zeigt?“, will sie wissen. „Zu den Sachen, die wir haben, kann ich nichts sagen“, wiegelt Wolters ab, „deshalb kann ich das jetzt weder dementieren noch bestätigen.“

Fall Maddie: Keine neue Entwicklungen beim Stand der Ermittlungen

Allerdings: Von einem neuen Ermittlungsstand im Fall Maddie will der Staatsanwalt nicht sprechen, wie Wolters am Montag in Braunschweig sagte. Gegen den Beschuldigten Christian B. bestehe aber weiterhin ein „beweisgestützter Verdacht“ des Mordes.

Der Fall um Madeleine „Maddie“ McCann sorgt bis heute weltweit für Aufsehen.

Im Juni dieses Jahres hatte er eine spektakuläre Wendung genommen. 13 Jahre, nachdem die damals Dreijährige kurz vor ihrem vierten Geburtstag aus einer Ferienanlage in Praia da Luz in Portugal verschwand, führte eine Spur ausgerechnet nach Deutschland.

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Laut Bundeskriminalamt (BKA) und der ermittelnden Braunschweiger Staatsanwaltschaft steht der Deutsche Christian B. unter Mordverdacht. Es handele sich dabei um einen mehrfach vorbestraften Sexualstraftäter. Ein Zeugenaufruf, zu dem ein Beitrag in der ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY... ungelöst“ lief, löste Reaktionen und Hinweise in mehreren Ländern aus.

Maddie McCann: Suche läuft weiter

Noch immer läuft die Suche nach dem Mädchen. Zuletzt hatte es im Juli Durchsuchungen und Grabungen in einem Kleingarten in Hannover gegeben. Medienberichten zufolge suchte auch die portugiesische Polizei in einem Brunnen nach der Leiche des Mädchens.

Gegen den im Fall Maddie beschuldigten Deutschen haben Strafverfolger zudem weitere Ermittlungen aufgenommen. Ein mögliches Opfer habe sich nach dem Zeugenaufruf in mehreren Ländern bei britischen Medien gemeldet, sagte Hans Christian Wolters am Montag.

Christian B.: Neue Ermittlungen wegen Vergewaltigungs-Verdacht einer Irin

Es werde inzwischen wegen des Verdachts der Vergewaltigung einer jungen Irin im Jahr 2004 an der Algarve ermittelt, bestätigte er. Über das weitere Verfahren gegen den 43-Jährigen hatte die berichtet. Der Verdächtige sitzt derzeit in Kiel wegen Drogenhandels in Haft. (jkali/dpa)