Wetter

Orkanwarnung: Unfälle durch Schnee und Stürme – eine Tote

Böen, Sturm, Orkan: Was die Windstärken bedeuten

Im Wetterbericht ist von Sturm die Rede oder von Windstärke 11. Aber was bedeutet das genau, wie stark bläst der Wind dann?

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Vor dem meteorologischen Frühlingsanfang ist kurz Winter: Schnee und Stürme verursachen Chaos und Unfälle in manchen Bundesländern.

Berlin. Bevor der Winter endgültig passé ist und der Frühling richtig beginnt, ziehen erneut kräftige Sturmböen mit viel Niederschlag über Deutschland und Österreich hinweg. Mit Konsequenzen: Das für Donnerstagabend angesetzte Europa-League-Spiel zwischen RB Salzburg und Eintracht Frankfurt wurde wegen einer Orkanwarnung abgesagt. Auch das Wochenende bringt nicht wirklich Besserung.

Bereits in der Nacht zu Freitag erschwerten heftige Schneefälle und Sturmböen den Straßen- und Bahnverkehr im Süden und Südwesten Deutschlands. Bei Ulm wurde in der Nacht ein Reisebus aus Kroatien auf glatter Fahrbahn von einer Windböe erfasst und kippte um. Dabei wurden acht Menschen verletzt, der Fahrer und eine Passagierin schwer. Im Kreis Mayen-Koblenz in Rheinland-Pfalz starb eine 21-jährige Autofahrerin bei einem Unfall auf schneeglatter Straße.

Auch in Hessen und in Bayern mussten die Rettungskräfte zu zahlreichen Unfällen wegen Glätte ausrücken. Dabei habe es laut Polizei aber meist Blechschäden und Leichtverletzte gegeben.

Unwetterwarnung, starke Böen – der Frühling beginnt stürmisch

Für den Raum München war für den Zeitraum von 17 Uhr am Donnerstag bis um 4 Uhr am Freitagmorgen eine Unwetterwarnung ausgegeben worden. Auf den Bergen Süddeutschlands hatten Meteorologen mit Orkanböen und Windgeschwindigkeiten von mehr als 118 Kilometern pro Stunde gerechnet. Auch im Norden und an der Nordsee wurden stürmische Böen erwartet.

Am Donnerstagabend hatte es dann die ersten Einschränkungen im Bahnverkehr gegeben. Zwischen Nürnberg und Stuttgart musste ein IC-Zug auf freier Strecke anhalten, weil ein Baum ins Gleisbett gefallen war. Im Fernverkehr war es durch Schneefall und starken Wind zu mehreren Streckensperrungen gekommen, etwa zwischen Offenburg und Freiburg oder zwischen Nürnberg und Würzburg. Die Strecke zwischen Salzburg und Rosenheim war zeitweilig stromlos. Dadurch kam es zu Verzögerungen.

Am Freitag hatte sich das Wetter aber bereits beruhigt – vorerst: leicht bewölkt, abziehende Schauer, Temperaturen zwischen vier und neun Grad. Am Morgen war die Lage in Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz, Hessen und Bayern laut den dortigen Polizeistationen bereits besser. Auf einigen Strecken der Deutschen Bahn gab es jedoch noch Einschränkungen.

Am Wochenende bis zu 16 Grad – aber weiter stürmisch

Trotz der Besserungen am Freitag soll es in der Nacht zum Samstag aber wieder windiger werden. „Vor allem im Bergland und an der See starke bis stürmische Böen“, prognostiziert der Deutsche Wetterdienst. Tagsüber soll es am Samstag zwar bis zu 16 Grad warm werden, doch es bleibt sehr stürmisch, teilweise mit Gewittern. Auch für die Nacht auf Sonntag sind bis auf den Nordosten wieder starke bis stürmische Böen angesagt.

Überschwemmungen in England: Äcker unter Wasser
Überschwemmungen in England- Äcker unter Wasser

Selbes Bild am Sonntag: Im Nordwesten und Westen Deutschlands sowie in den Bergen stürmische Böen, an der See Sturmböen, so die Vorhersage des Wetterdienstes.

Klingt nach einem Wochenende, an dem man es sich lieber zu Hause gemütlich machen sollte – trotz teils schon frühlingshafter Temperaturen.

Europa wurde in den vergangenen Tagen gleich mehrfach von starken Stürmen getroffen. Unter anderem der Karneval in Köln und Düsseldorf musste mit Absagen reagieren. Im Harz starb am vergangenen Wochenende eine Frau, als ein umgewehter Baum auf sie stürzte.

Sturmtief „Dennis“ sorgte vor allem in Großbritannien für extremes Wetter und Schäden. Unter anderem zwang es einen Etihad-Piloten in London-Heathrow zu einer spektakulären Landung eines Airbus A380 – hier im Video. Außerdem treib ein Geisterschiff an die irische Küste – nach Hunderten Kilometern auf dem Atlantik.

In Deutschland hatte Tief „Victoria“ zuvor für Überschwemmungen gesorgt. In Spanien starben Ende Januar 13 Menschen, als Teile des Landes von Sturmtief „Gloria“ getroffen wurden.

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(yah/reba)