Jahreszeiten

Beginnt der Frühling wirklich früher? Das sagen Experten

Meteorologisch oder kalendarisch: Dann fängt der Frühling an

Winterlich war es dieses Jahr kaum. Der Februar ist etwa 4 Grad wärmer als im Durchschnitt. Aber wann fängt der Frühling offiziell an und warum gibt es dafür zwei Daten? Die Erklärung im Video.

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Vielerorts blühen Pflanzen und Bäume zeitig wie selten. Aber ist es wirklich so, dass der Frühling mit der Zeit immer früher beginnt?

Berlin. Der Februar neigt sich bereits dem Ende zu. Und noch immer lässt sich der Winter in den meisten Gebieten hierzulande nicht wirklich blicken – von Schneefall ganz zu schweigen. Im Gegenteil: Vielerorts blühen die ersten Pflänzchen und Bäume in diesem Winter so zeitig wie selten zuvor. Man ist geneigt zu sagen: Dieser Frühling beginnt auch immer früher. Aber ist dem wirklich so? Klare Antwort: jein!

Denn der Begriff „Frühlingsanfang“ ist zwar eindeutig definiert, allerdings aus drei verschiedenen Blickwinkeln. Somit gibt es auch dieses Jahr wieder drei Frühlingsanfänge, an drei verschiedenen Tagen – und nur einer davon ist 2020 auffallend zeitig.

Weitgehend bekannt sein dürften der meteorologische Frühlingsanfang, fest terminiert am 1. März, und der astronomische (kalendarische) Frühlingsanfang. Letzterer bestimmt sich aus dem Stand der Sonne zur Erde und fällt in diesem wie auch den kommenden Jahren auf den 20. März. Beide Frühlingsanfänge sind somit weitgehend fix, egal wie warm oder kalt es draußen tatsächlich ist.

Frühlingsanfang: Nur ein Datum ist wetterabhängig

Wetterabhängig ist einzig der sogenannte phänologische Frühlingsanfang. Dieser beginnt, sobald in der Natur bestimmte Pflanzen anfangen zu blühen. In Deutschland beginnt der Vorfrühling, sobald Haselblüte oder Schneeglöckchen erstmals im Jahr blühen.

„Sofortmelder beobachten diese Pflanzen in den Regionen und melden uns das umgehend“, sagt Diplom-Meteorologe Andreas Friedrich vom Deutschen Wetterdienst. Und dieser ist dieses Jahr tatsächlich auffallend früh, bestätigt Friedrich.

Im Mittel war bundesweit bereits am 24. Januar phänologischer Frühlingsbeginn – statistisch 19 Tage zu früh. „Der Mittelwert der letzten vier Jahre lag am 12. Februar“, sagt Friedrich. Grund sei das milde Wetter in diesem Winter, wodurch sich der Erdboden früher erwärmt.

Wetter: Donnerstag könnte winterlichste Tag der Winterperiode sein

„Die Klimaerwärmung spielt hier eine Rolle“, sagt der Meteorologe. Ganz so mild geht es laut Deutschem Wetterdienst aber nicht weiter. Für Donnerstag wird der womöglich winterlichste Tag der bisherigen Winterperiode erwartet, mit bis zu 20 Zentimetern Neuschnee in den Mittelgebirgen. Ein Wintereinbruch sei bis Anfang März aber nicht absehbar.

Landwirte und Gärtner bestimmen den Frühlingsanfang übrigens anhand der Grünlandtemperatursumme. Überschreitet diese den Wert 200, sind Grünlandpflanzen in der Lage, Nährstoffe aufzunehmen und beginnen zu wachsen. Dann kann die Feld- und Gartenarbeit starten. In diesem Jahr wurde die Marke laut „WetterOnline“ am Rhein vereinzelt schon überschritten, in weiteren Regionen stehe dies noch Ende Februar bevor. Meist sei das erst im März der Fall.

Frühlingsanfang – Mehr zum Thema

Warum gibt es zwei Termine für den Frühlingsanfang? Das haben wir noch mal im Detail hier erklärt: Frühlingsanfang – Warum es mehrere Termine gibt. Die frühzeitige Mandelblüte auf Mallorca lockt indes viele Touristen an. Umweltschützer sind aber wenig erfreut. Mallorca: Mandelblüte beginnt zu früh – Sorge um Bäume. (mahe)