Berliner Fashion Week

U-Bahn wird zum Laufsteg: Noah Becker präsentiert Kollektion

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Caroline Bock

Auf dem T-Shirt trägt er ein Bild seines Vaters. Noah Becker ist unter die Designer gegangen. Eindrücke von seinem Auftritt bei der Modewoche.

Berlin. Ein berühmter Nachname hat noch den Wenigsten bei der Karriere geschadet. Die Tochter von Marius Müller-Westernhagen singt. Til Schweigers Emma ist ein kleiner Filmstar. Und der älteste Sohn von Boris Becker? Geht unter die Modedesigner. Das war am Mittwochabend in einer U-Bahn am Berliner Alexanderplatz zu begutachten. Das Blitzlichtgewitter war groß wie beim Vater, zumal Noah Becker seine Freundin Rafaela Remy Sanchez dabei hatte.

Der 17-Jährige war einer von 20 Teilnehmern beim "Underground Catwalk“, einer Gruppenshow auf der Fashion Week. Bevor die U-Bahn als fahrender Laufsteg losrollte, drängten sich Gäste und Schaulustige. Es war heiß und stickig. Fotohandys wurden gezückt. „Dieser Auftrieb ist ja, als würde hier etwas Wichtiges passieren“, sagte ein Zaungast.

Becker junior und Freundin schauten von ihren U-Bahn-Sitzen aus den Models zu. Wie Noah den Modestil seines Vaters findet? „Very sharp“, sehr schneidig. Offensichtlich kann er sich mit dem „Sohn von“-Image anfreunden: Auf seinem T-Shirt prangte ein Bild von Boris Becker mit Wimbledon-Pokal. Bei seinem ersten Sieg auf dem heiligen Tennis-Rasen war dieser so alt wie Noah heute.

Seine Vorbilder, so erzählte es Noah im Interview, seien seine Eltern und der amerikanische Stardesigner Marc Jacobs. Im Kreise der Modeprofis sieht er sich aber noch nicht ganz. „Eines Tages werde ich da sein.“ Er will Mode für Leute zwischen 15 und 30 Jahren machen - T-Shirts, Jeans, Jacken. Ein Jahr geht er noch zur Schule, das Label gibt es seit 2010.

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Es heißt „Fancy“ - übersetzt schick oder smart. Noah und ein Kumpel ließen sich vom Strandleben im heimischen Florida inspirieren. Der schwarze Bade-Einteiler, den ein Model vorführte, nennt sich „Black Mamba“. Draußen rauschten die Graffiti-Kritzeleien vom U-Bahnhof Kottbusser Tor vorbei. Noah und seine Freundin lutschten Lollis und küssten sich. Die Kameras klickten.

Drei Models trugen die "Fancy"-Kreationen. Dafür war der Medienrummel groß. Der Becker-Sohn nahm ihn mit cooler Miene. Ein Model wackelte aufreizend mit dem Po vor ihm - Noah guckte aber nicht hin. Vielleicht weiß er, was es sonst für Bilder geben könnte. Als das Spektakel in der U-Bahn vorbei war, sagte der Nachwuchsdesigner, er sei „sehr zufrieden“.