Tod von Michael Jackson

Verdächtig: Leibarzt Conrad Murray ändert seine Aussage

Michael Jacksons Leibarzt Murray steht vor Gericht. Jetzt hat der Angeklagte seine bisherige Aussage über den Ablauf der Vorgänge geändert.

Los Angeles. Michael Jacksons früherer Leibarzt, Dr. Conrad Murray, muss sich wegen fahrlässiger Tötung vor Gericht verantworten. Im Prozess in Los Angeles am Montag hat der angeklagte Arzt seine bisherige Aussage über die Vorgänge im Zusammenhang mit dem Tod Jacksons geändert. Murray wurde mit den Worten zitiert, er habe Jacksons Schlafzimmer verlassen, um einen Telefonanruf zu tätigen. Ursprünglich hatte er angegeben, er habe Jackson allein gelassen, um ins Badezimmer zu gehen.

Sachverständige berichteten darüber hinaus, Murray habe Erfahrung im Umgang mit den Narkosemittel Propofol, während der Arzt dies in Verhören bei der Polizei bestritten hatte. Der Sänger Michael Jackson war am 25. Juni 2009 in Los Angeles an einer Überdosis Propofol gestorben. Murray war der Leibarzt Jacksons. Er bestreitet, am Tod des Popstars schuldig zu sein.

Die Anklage warf Murray vor, er habe durch die Verabreichung vieler Schlaf- und Narkosemittel den Tod des Sängers fahrlässig herbeigeführt. Jacksons Leibwächter hatte ausgesagt, Murray habe, als der Sänger schon ins Koma gefallen war, Ampullen beiseitegeschafft und dann erst den Notarzt gerufen. Der 50 Jahre alte Jackson litt an chronischer Schlaflosigkeit.

Murray erklärte im Februar 2010, er sei "nicht schuldig“ an Jacksons Tod. Er soll dem Sänger kurz vor dessen Tod erst Beruhigungspillen gegeben und dann das Narkosemittel gespritzt haben. Laut Murray war die Dosis aber viel zu niedrig, um einen Herzstillstand hervorzurufen.

Murray, der in den US-Bundesstaaten Kalifornien, Nevada und Texas als Arzt arbeitete, musste seine Arbeit einstellen. Das Gericht entzog ihm mit sofortiger Wirkung seine Lizenz. Im vorigen Jahr war ihm bereits die Vergabe starker Narkosemittel - wie Propofol - untersagt worden.

Murray war im Mai 2009 von Jackson als Leibarzt eingestellt worden. Der Sänger soll selbst darauf gepocht haben, dass der Mediziner ihn vor und während seiner von Juli an geplanten Konzertreihe in London betreuen würde. Murray bezog angeblich ein Gehalt von 150.000 Dollar pro Monat.

(Mit Material von dpa und dapd)