Winter in Deutschland

Gestrichene Flüge, eisglatte Straßen und klirrende Kälte

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Große Teile Deutschlands haben mit den eisigen Temperaturen zu kämpfen. Der Verkehr brach teilweise zusammen, Flüge wurden gestrichen.

Leipzig/Frankfurt/Berlin. Der Winter hat viele Teile Deutschlands fest im Griff. Es kam zu erheblichen Verkehrsbehinderungen, vielerorts herrschte klirrende Kälte. Schneeglätte und teilweise auch Verwehungen auf dem flachen Land machten den Kraftfahrern zu schaffen. So kamen auf der Autobahn A9 (Berlin-München) bei Naumburg (Burgenlandkreis) zwei Lastwagen ins Rutschen. „Im Abstand von einer Stunde blockierte erst der eine Laster in der einen Fahrtrichtung und dann der andere auf der anderen Seite die Autobahn“, sagte ein Sprecher des Autobahnpolizeireviers Weißenfels. Verletzt wurde niemand. Wegen der Bergungsarbeiten der Lastwagen bildeten sich etwa zehn Kilometer lange Staus auf der A9 bei Naumburg am Vormittag.

Auch einen Tag nach dem Schneechaos in Teilen Schleswig-Holsteins hat das Winterwetter den Autofahrern dort weiter Probleme bereitet. Eisglatte Straßen behinderten den Berufsverkehr am Morgen vor allem in den Kreisen Schleswig-Flensburg, Nordfriesland und Plön. Besonders Nebenstrecken waren zum Teil spiegelglatt, so dass einige Fahrzeuge in Gräben oder gegen die Leitplanken rutschten. Nach Angaben der Polizei blieb es jedoch meist bei Blechschäden. In Ostholstein blieben die Schulen wegen des Wetters geschlossen. Der Deutsche Wetterdienst warnte unterdessen vor einem Tiefdruckgebiet, das sich zum Abend von Süden mit Schnee und Sturm nähert.

Flüge in Berlin und Frankfurt fallen aus

Auch die Berliner Flughäfen bekommen die ersten Auswirkungen des Winters in Europa zu spüren. An den Airports Tegel und Schönefeld müssten bis Mittwochmittag fünf Flüge gestrichen werden, sagte ein Flughafensprecher. Dabei handelte es sich um Verbindungen nach Helsinki, London, Düsseldorf und München. Zugleich habe es „winterübliche Verspätungen“ gegeben. Flugzeuge mussten enteist werden. Den Angaben zufolge ist für die Ausfälle das Winterwetter an den Zielflughäfen verantwortlich. „Bei uns läuft alles planmäßig. Sollten Schneemassen kommen, sind wir darauf vorbereitet und gut gerüstet.“ Am Frankfurter Flughafen müssen wegen Schnee und Eis am Mittwoch mindestens 39 Flüge gestrichen werden. „Das sind 22 Landungen und 17 Starts“, sagte die Sprecherin vom Flughafenbetreiber Fraport, Waltraud Riehemann.

Wegen verspätet ankommenden Fliegern könnten auch die Flugzeuge in Frankfurt nicht pünktlich raus. Betroffen seien Reiseziele in ganz Europa, wie etwa Genf und London. „Der Winterdienst ist hier im 24-Stunden-Einsatz“, sagte Riehemann. Bereits am Dienstag wurden am Frankfurter Flughafen 300 Flüge aufgrund von Schnee und Eis auf den Landebahnen annulliert. Dadurch waren auch Fluggäste am Airport gestrandet. Für sie wurden etwa 400 Feldbetten aufgestellt. Die meisten seien jedoch in Hotels untergebracht worden.

Eisige Temperaturen im Norden und Osten

Im sächischen Kubschütz ist mit minus 17 Grad Celsius die bisher kälteste Nacht dieses Winters gemessen worden. Auch auf dem Brocken im Harz herrschten klirrende 17 Grad Frost, wie der Deutsche Wetterdienst am Mittwoch mitteilte. Minus 15 Grad gab es im brandenburgischen Coschen und in Sohland (Sachsen). In Schleswig (Schleswig-Holstein) zeigten die Thermometer minus 13 Grad an. Hinzu kam ein teilweise stürmischer Wind. In der Nacht zum Freitag können in einigen Bergtälern im Osten Deutschlands minus 20 Grad erreicht werden

Ein deutschlandweiter Rekord wären minus 20 Grad derzeit nicht. Denn 1973 war es noch kälter. Damals wurden am 1. Dezember in Memmingen (Baden-Württemberg) minus 25 Grad und in Eisenach (Thüringen) minus 21 Grad gemessen.

( (dpa/apd/abendblatt.de) )