Verunglücktes Kreuzfahrtschiff

Muss der Kapitän der "Costa Concordia" zurück in Haft?

abendblatt.de

Gericht befasste sich mit Antrag der Staatsanwaltschaft, Francesco Schettino wieder in Untersuchungshaft zu nehmen.

Rom. Francesco Schettino, der Kapitän des verunglückten Kreuzfahrtschiffes "Costa Concordia“, muss möglicherweise zurück ins Gefängnis. Am Montag befasste sich ein Florentiner Gericht mehr als drei Stunden mit einem Antrag der Staatsanwaltschaft, den unter Hausarrest stehenden Schettino wieder in Untersuchungshaft zu nehmen. Eine Entscheidung des toskanischen Beschwerdegerichts wurde bis zu diesem Donnerstag erwartet, berichtete die Nachrichtenagentur Ansa.

Die Ermittlungsrichterin Valeria Montesarchio hatte in den Tagen nach der Havarie vom 13. Januar die Haft für Schettino überraschend in einen Hausarrest umgewandelt. Die Staatsanwaltschaft hält wegen drohender Fluchtgefahr eine Haft für erforderlich. Die Verteidiger des 52 Jahre alten Schettino wollten auch den Hausarrest aufheben. Dem Kapitän werden mehrfache fahrlässige Tötung, Havarie und Verlassen des Kreuzfahrtschiffes während der nächtlichen Evakuierung vorgeworfen.

+++ Suche nach Vermissten in "Costa Concordia" offiziell beendet +++

+++ Bergungsstopp wegen schlechten Wetters +++

Nach der Havarie des Kreuzfahrtschiffs vor der toskanischen Insel Giglio wurden bislang 17 Leichen geborgen. 15 Menschen werden noch vermisst, darunter 6 Deutsche. Die Vorbereitungen für ein Abpumpen der 2300 Tonnen Treibstoff – überwiegend Schweröl – aus den Tanks der "Costa Concordia“ musste wegen ungünstigen Wetters erneut unterbrochen werden. (dpa)