Kreuzfahrtschiff in Not

Havarierte "Costa Allegra" soll morgen Seychellen erreichen

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Frances D'Emilio und Jason Straziuso

Erneut ist ein Schiff der Reederei Costa Crociere in Not geraten. An Bord der "Costa Allegra" sind 636 Passagiere, darunter 38 Deutsche.

Nairobi. Ein französisches Fischereischiff hat die vor den Seychellen treibende "Costa Allegra" in der Nacht zum Dienstag endlich erreicht. Das italienische Kreuzfahrtschiff soll nach Angaben der seychellischen Küstenwache jetzt zu einer nahegelegenen Insel abgeschleppt werden. Die seychellischen Behörden erklärten, es würden Vorbereitungen zur Evakuierung der mehr als 1.000 Passagiere und Besatzungsmitglieder an Bord auf die Insel Desroches getroffen. Von dort sollen sie zu der Hauptinsel der Seychellen, nach Mahé, gebracht werden. Der Reederei zufolge dürfte die "Costa Allegra" Desroches am Mittwochmorgen erreichen.

Nur sechs Wochen nach der Havarie ihres Schwesternschiffs "Costa Concordia" war auf der "Costa Allegra" am Montag ein Feuer ausgebrochen. Den Behörden zufolge wurde niemand verletzt, doch seither trieb das 187 Meter lange Kreuzfahrtschiff in den Piratengewässern vor den Seychellen.

Zwei Schlepper waren am Dienstag ebenfalls unterwegs zur "Costa Allegra", doch sie dürften den havarierten Luxusliner erst am Nachmittag erreichen. Die Schlepper sollen die "Costa Allegra" begleitet von Küstenwache und Militär zum Hafen der Hauptstadt Victoria bringen.

Wie die Reederei Costa Crociere am Dienstag mitteilte, fliegt ein Hubschrauber zur "Costa Allegra", um die 636 Passagiere und mehr als 400 Besatzungsmitglieder mit Lebensmitteln, Satellitentelefonen und Kurzwellenradios zu versorgen. Unter den Passagieren sind 38 Deutsche, 90 Schweizer, 97 Österreicher, 127 Franzosen und 135 Italiener.

Die "Costa Allegra" trieb etwa 250 Seemeilen südlich der Seychellen. Das Feuer war am Montagvormittag in einem Maschinenraum im Heck ausgebrochen. Wodurch der Brand ausgelöst wurde, war zunächst unklar. Das Feuer verursachte jedoch einen Stromausfall, Licht und Klimaanlage fielen aus, die Schiffsmotoren wurden lahmgelegt.

Am 13. Januar war das ebenfalls zu der in Genua ansässigen Reederei Costa Crociere gehörende Schiff "Costa Concordia" mit etwa 4.200 Passagieren und Besatzungsmitgliedern an Bord vor der italienischen Insel Giglio havariert. Mindestens 25 Menschen kamen bei dem Unglück ums Leben, sieben weitere gelten noch als vermisst.