Germanys Next Topmodel: Unterwäsche-Shooting im Regen

Nackte Tatsachen und Zähneklappern in Los Angeles

Models sind manchmal wirklich nicht zu beneiden - schon gar nicht, wenn sie bei geringen Temperaturen halbnackt auf der Straße stehen, sich begaffen und zudem noch nass machen lassen müssen. Für Model-Mama Heidi Klum ein Kinderspiel: "Mein Gott, was stellt ihr euch denn so an. Ihr müsst wirklich etwas an eurer Einstellung ändern." Bilder von Heidi Klum.

Los Angeles. In der vierten Staffel von "Germanys Next Topmodel" ist es eher die Model-Mutti Heidi Klum, die zickt. Kinkerlitzchen gibt es bei ihr nicht mehr. So verlangte sie gestern von ihren Schützlingen, sich in Unterwäsche auf eine Straße in Los Angeles zu stellen und bei künstlich produziertem Regen vampmäßig-erotisch vor der Kamera zu posen. Der besondere Schwierigkeitsgrad: In Los Angeles herrschen noch frostige Temperaturen und die Kulisse wurde unmittelbar neben einer Hauptverkehrsstraße aufgebaut. Sprich: Nicht nur das Team hatte etwas zu gucken, sondern auch die Passanten und Straßenbahnfahrer bekamen etwas fürs Auge.

Gänsehaut und Zähneklappern war vorprogrammiert, Heidi Klum wollte davon jedoch nichts wissen: "Jetzt streng dich an und hör auf zu bibbern, so können wir niemals ein gutes Foto von dir schießen", pampte sie ihre Kandidatinnen an. Und das war noch nicht alles. Angestachelt von ihrem Fotografen-Buddy Rankin, setzte sie noch einen drauf: "Ich habe dieses Shooting erst vor ein paar Monaten mitgemacht, ich musste den ganzen Tag in der Kälte ausharren. Jetzt seid mal nicht so zimperlich."

Und während Ira, Maria oder Sarah sich ihre Worten zu Herzen nahmen und sich trotz kaltem Wasser in klirrender Kälte professionell vor Rankin's Linse räkelten, machte Steffi einen auf bockig - ganz zum Leidwesen ihrer Trainerin Klum, die sie anschließend gehörig auf den Pott setzte: "Du musst wirklich etwas an deiner Einstellung ändern. Du arbeitest hier mit einem weltberühmten Fotografen und kannst nicht mal für zehn Minuten die Zähne zusammen beißen? Das geht gar nicht." Bums, das saß. Schon hatte sie wieder eine ihrer Jüngerinnen weich bekommen, denn die heulte nach der Ansage Rotz und Wasser.

Aber auch Aline und Tamara konnten bei dem Shooting in Los Angeles nicht glänzen. Im Gegensatz zu Steffi bekamen sie dafür jedoch wenig später die Quittung: "Ich habe heute leider kein Foto für euch", verkündete die Model-Mutti dann am Ende der Sendung. "Ihr habt einfach zu wenig Gas gegeben. Ihr seid hübsche Mädchen, habt aber einfach keine Ausstrahlung."

Eine ganz besondere Ausstrahlung dagegen hatte mal wieder Marie, die kleine süße Brünette, die bislang fast jeden Kunden mit ihren großen Äuglein von sich überzeugen konnte. Verführerisch lutschte sie an dem Yoghurette-Riegel und wirkte dabei noch locker-flockig sportlich. Damit entsprach sie genau den Wünschen des Kunden und sackte mal wieder einen neuen Auftrag ein. Künftig wird sie also nicht nur im neuen Werbespot des Schokoriegels zu sehen sein, nein, die Yoghurette-Chefs haben sie auch noch als neues Werbegesicht für die Verpackung eingekauft. Chapeau, Marie! Sie war damit wohl die einzige, die einen Erfolg für sich verbuchen konnte.

Und dennoch: Um mögliche Höhenflüge von eventuellen Favoritinnen unter den Jüngerinnen zu vermeiden, übte sie gewohnt Kritik an denen, die sich in Szene setzen konnten und lobte die, die frustriert zurückgeblieben waren. Heidi ist und bleibt eben eine Model-Mutti.

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