Viele Tränen in der neunten Folge von "Germanys Next Topmodel"

Topmodel Jessica: "Haut mir doch gleich in die Fresse"

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Nina Schröder

Kandidatin Jessica (20) kann bei den Kunden einfach nicht punkten - und das bekam sie gestern in aller Deutlichkeit zu spüren. Ihre Konkurrentin Mandy (17) hingegen hatte in New York den ganz großen Lauf: Sie gewann gleich zwei Castings und durfte auf den Laufsteg bei der renommierten "Fashion Week". Bilder von Topmodel Heidi Klum. Ex-Kandidatin Tessa in der "FHM".

Die vierte Staffel von "Germanys Next Topmodel" ist nicht wirklich mit großen Spannungen oder Höhepunkten gekrönt. Abgesehen von Zicke Larissa sind die Mädchen ein Herz und eine Seele, jeder gönnt der anderen die Jobs und kaum eine traut sich, so richtig aus sich heraus zu kommen. Zudem scheinen auch Model-Mutti Heidi Klum langsam die Ideen auszugehen. Gestern verlangte sie plötzlich, dass die Mädchen zu Striptänzerinnen mutieren und ihr Können an der Stange beweisen. Eine professionelle Tänzerin machte es vor: Als wäre es eine ihrer leichtesten Übungen, stemmte sie sich an dem Gerät hoch, machte schwindelerregende Posen und kraftaufwendige Bewegungen. Nach ihrem Auftritt sagte Heidi dann: "So, Mädels, zack zack, das macht ihr jetzt auch." Nee, ist klar. Das dachte sich auch Sarah und meckerte: "Ich will Model werden und keine Stangentänzerin. Ich sehe den Sinn dahinter nicht, mich jetzt hier zum Affen zu machen."

Ansonsten hatten gestern Mandy aus Witten und Jessica aus Wolfsburg ihren großen Auftritt - die eine im positiven, die andere im negativen Sinne. Die 1,77 Meter große Brünette aus Wolfsburg war plötzlich so gefrustet, dass sie völlig ihre Fassung verlor und flennte: "Schlagt mir doch gleich alle in die Fresse, das bringt doch hier alles sowieso nichts mehr." Herzerweichend schluchzend saß sie im Vorraum eines Designstudios und verstand die Welt nicht mehr. "Ich mache und tue und versuche, an mir zu arbeiten, aber es bringt ja alles eh nichts." Und da halfen auch keine tröstenden Worte von Busenfreundin Ira (21) mehr, Jessica zeigte sich bockig.

Ganz anders erging es dagegen ihrer Mitstreiterin Mandy. Nachdem diese in den letzten Folgen eher durch Unscheinbarkeit glänzte und beinahe aus der Sendung flog, konnte sie in New York nicht nur von sich reden machen, sondern auch die Designer von sich überzeugen. Vertreter des Modelabels "Miss Sixty" sahen die Blondine einmal im Atelier auf und ab laufen und schon war klar: Sie ist es! "Oh, sie hat dieses gewisse Etas. Sie ist sexy, sie hat einen tollen Körper und sie läuft fantastisch. Wahnsinn!", schwärmten die Agenten. Und tatsächlich: Als der Teenager aus Witten plötzlich auf den ganz großen Laufsteg der Branche, nämlich den der New York Fashion Week durfte, war sie kaum noch von den Profis zu unterscheiden. Selbstbewusst stolzierte sie vor den ganzen Fotografen auf der langen Meile und posierte wie eine der ganz Großen. Jury-Mitglied Peyman war völlig aus dem Häuschen: "Großartig: Ich bin so stolz auf dich! New York ist nicht nur Fashion-Land, New York ist Mandy-Land."

Auch beim nächsten Casting konnte sie überzeugen. Designerin Charlotte Sparre aus Dänemark war ebenfalls von der (gefärbten) Blondine begeistert und verschaffte ihr den nächsten Job auf dem Laufsteg. Larissa, Maria, Marie und Sarah durften dieses Mal ebenfalls mit, um die Mode der Dänin zu präsentieren. Und dennoch machte Rolf im Anschluss klar: "Mandy hat sich so sehr gemausert, dass sie die Favoritinnen Maria, Marie und Sarah längst überholt hat. Die müssen sich jetzt warm anziehen."

Das musste auch Model-Jüngerin Steffi. Die wurde nämlich rausgewählt: "Steffi, du hast zwar den schönsten Körper von allen, aber dir fehlt der Ausdruck im Gesicht. Ich habe heute leider kein Foto für dich." Und da waren es nur noch neun "Topmodels".