Hochwasser in Mitteleuropa

Krakau kämpft gegen Flut - Lage in Tschechien entpannt sich

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Während das Hochwasser in Tschechien und in der Slowakei langsam zurückgeht, brach im Süden Polens ein Damm an der Weichsel.

Prag/Bratislava/Warschau. Die Lage in den Hochwassergebieten im Süden Polens bleibt angespannt. In der Nacht zum Mittwoch sei ein Damm der Weichsel gebrochen, berichtete die Nachrichtenagentur PAP. Rund 500 Menschen hätten ihre Häuser verlassen müssen, etwa 500 weitere müssten ebenfalls damit rechnen. Aus einem Hotel wurden ausländische Touristen in Sicherheit gebracht. Häuser, Kleingärten und eine Straße wurden überflutet. Gesperrt bleibt eine Brücke in der Nähe der Königsburg Wawel. Hunderte Feuerwehrleute und Soldaten waren im Einsatz.

Der Pegel der Weichsel zeigte in der Nacht 9,57 Meter an – der höchste Stand seit 40 Jahren. Seit dem Morgen gehe das Hochwasser aber langsam zurück, sagte Stadtpräsident Jacek Majchrowski. Polens Innenminister Jerzy Miller hatte am Dienstag das Kriesengebiet besuchte. „Das ist eine Katastrophe“, stellte er fest. Die Flutwelle auf der Weichsel verlagerte sich nach Norden. Hochwasseralarm gilt in Dutzenden Gemeinden Südpolens.

Auch das Hochwasser in Tschechien geht langsam zurück: Am Mittwoch meldeten die Behörden aus 10 Orten Hochwasseralarm, am Dienstag waren es noch 15 gewesen. Entlang der Oder und ihrer Zuflüsse im nordöstlichen Landesteil wurde aus Bohumin und Vernovice an der Grenze zu Polen über kritische Situationen berichtet. Laut Prager Nachrichtenagentur CTK tritt auch der Donau-Nebenfluss Morava (March) weiter über die Ufer. In der Nacht zum Montag hatte das Hochwasser in Trinec einer Frau das Leben gekostet

In der Slowakei entspannt sich die Hochwasserlage in den meisten Landesteilen derweil weiter. Lediglich in der nordslowakischen Region Orava an der polnischen Grenze stiegen die Fluten weiter an. Im äußersten Osten konnten dagegen 130 aus dem Dorf Markovce in Sicherheit gebrachte Menschen wieder in ihre Häuser zurück kehren. Ebenso rund 50 Menschen aus dem Dorf Hradistske Moldva. Der Fluss Ondava hatte in den vergangenen Tagen zwischen den Bezirksstädten Michalovce und Trebisov an mehreren Stellen Dämme durchbrochen und Häuser, Straßen und Felder überflutet. Mehrere Campingplätze und Tankstellen mussten wegen des Hochwassers gesperrt werden.

Schon am Wochenende war in der Westslowakei ein 62-jähriger Mann bei einem Sturm in einen Bach gefallen und ertrunken. Auch am Mittwoch Vormittag waren noch tausende Soldaten im Einsatz, um der Feuerwehr bei den Rettungs- und Aufräumungsarbeiten zu helfen.

( (dpa/abendblatt.de) )