Menschlich gesehen

Der Seitenwechsler

Wenn es am Sonntag am Millerntor zum Zweitligaduell zwischen dem FC St. Pauli und Hansa Rostock kommt, hat das Spiel für Bastian Oczipka eine ganz eigene Brisanz. Noch in der Hinrunde lief der gebürtige Rheinländer für die Mecklenburger auf, jetzt spielt er für die Kiezkicker. Ein Seitenwechsel, den der 21-Jährige als elementaren Karriereschritt ansieht.

Karriere machen - das ist sein Leitmotiv. Als Schüler chauffierte ihn der Vater fünf Tage die Woche aus dem heimischen Bergisch Gladbach nach Leverkusen zum Jugend-Training. Für Oczipka bedeutete dies eine Verpflichtung: "Meine Karriere sehe ich als Belohnung für meine Familie." Bei Bayer spürte Oczipka, dass er für den ersehnten Sprung in die Bundesliga einen Zwischenstopp einlegen musste. In Rostock, in der Zweiten Liga. Freundin Nadine richtete ihm zwar im Sommer 2008 die Wohnung ein, musste dann aber wieder zurück ins Rheinland. "Der Start in einer völlig fremden Stadt war für mich nicht leicht", sagt Oczipka, der dennoch den Sprung schaffte. Stoppen konnte den U-19-Europameister erst ein Trainerwechsel. Coach Andreas Zachhuber setzte ihn nicht mehr ein.

Oczipka zog weiter - zum FC St. Pauli: "Ich muss jetzt zusehen, dass es aufwärtsgeht. Weichen werden gestellt." Offenbar Richtung Erfolg. Trainer Holger Stanislawski lobt seinen Trainingsfleiß. Er ist eben ein Karrieremensch. Und bereit zu Seitenwechseln.