Trainerwechsel

Dieter Hecking äußert sich zu Interesse des HSV

HSV-Chef Hoffmann: "Wir müssen jeden Stein umdrehen!"

Vorstandschef spricht nach dem "überflüssigsten Nicht-Aufstieg der Fußballgeschichte" über Trainer Wolf, Investor Kühne und die Zukunft der Mannschaft.

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Scheidender Gladbach-Coach als möglicher Nachfolger von Hannes Wolf im Gespräch. Auch Kandidat Bruno Labbadia bezieht Stellung.

Hamburg. Der Mann kann Aufstieg. Er kann Zweite Liga, Bundesliga, Champions League. Und nicht wenige hatten Dieter Hecking bereits mit der deutschen Nationalmannschaft als Nachfolger von Joachim Löw in Verbindung gebracht. Denn Hecking hat in Nürnberg (unter anderem Ilkay Gündogan) und in Hannover (Per Mertesacker) gezeigt, wie man junge Profis zu international konkurrenzfähigen Topspielern für Clubs wie Manchester City oder Arsenal London formt.

Und nun soll Hecking beim HSV im Gespräch sein als Nachfolger für den glück- wie planlosen Hannes Wolf. Nach Abendblatt-Informationen herrscht im Volkspark durchaus Interesse an dem 53-Jährigen. Hecking selbst sagte dem Abendblatt – ohne entsprechende Berichte zu dementieren: "Ich möchte erst einmal die Saison mit Borussia Mönchengladbach zu Ende bringen." Anschließend werde er sich mit seiner persönlichen Zukunft beschäftigen.

Zuvor hatte die "Bild"-Zeitung (Mittwoch) berichtet, dass der bei Gladbach zum 30. Juni ausscheidende Trainer bereits eine China-Reise mit dem Club abgesagt habe, um seine berufliche Zukunft zu ordnen.

Erfolge sprechen für Dieter Hecking

Für Hecking spricht unter anderem neben seiner großen Erfahrung, dass er, wie in Nürnberg mit einer blutjungen Truppe gezeigt, mit Nachwuchsleuten hervorragend umgehen kann. Der HSV hat wenig Geld für große Einkäufe, auch wenn Clubchef Hoffmann sagt, man werde wieder einen der größten Etats der Zweiten Liga haben. Auch Heckings Gehalt dürfte sich an Bundesliga-Maßstäben orientieren.

Hecking ist unter anderem mit dem VfB Lübeck und dem 1. FC Nürnberg aufgestiegen, hat sich mit dem VfL Wolfsburg für die Champions League qualifiziert und wurde 2015 mit dem VW-Club DFB-Pokalsieger und im selben Jahr auch "Trainer des Jahres".

Labbadia beschäftigt sich nicht mit dem HSV

Beim HSV ist auch wieder Bruno Labbadia im Gespräch gewesen, der den Verein bereits zweimal trainierte. Eine Rückkehr ist nach eigener Aussage des 53-Jährigen derzeit allerdings überhaupt kein Thema. "Damit habe ich mich nicht beschäftigt", sagte Labbadia in einem Interview der "Sport Bild" (Mittwoch). Und er bekräftigte: "Darüber mache ich mir momentan keine Gedanken."

Der scheidende Coach des VfL Wolfsburg hat in der vergangenen Woche "zwei Angebote aus dem Ausland abgesagt, weil mir die sportliche Perspektive nicht gefallen hat", sagte Labbadia. Nach Abendblatt-Informationen hatte es Anfragen aus China gegeben. "Wenn nichts Spannendes kommt, mache ich Pause und genieße mein Leben und die Zeit mit meiner Familie."

Zweitligist HSV hat den Bundesliga-Aufstieg nach einer katastrophalen Rückrunde praktisch verspielt. "Es ist sehr schade für die Stadt und den Verein, dass der Wiederaufstieg nicht gelungen ist", meinte Labbadia, der die Hanseaten in den Spielzeiten 2009/2010, 2014/2015 und 2015/2016 trainiert hatte. Im Juni 2015 hatte er den HSV in der dramatischen Relegation gegen den Karlsruher SC vor dem erstmaligen Absturz in die Zweite Liga bewahrt.