Hamburger SV

Es kann nur einen geben - Das Duell Rost gegen Drobny

Heute unterschreibt Jaroslav Drobny einen Dreijahresvertrag - der Zweikampf mit Frank Rost begann bereits. Wer wird die Nummer eins?

Leck. Der gestrige Nachmittag war ganz nach dem Geschmack von Frank Rost . Knapp 4300 Zuschauer hatten sich rund um den Sportplatz von Leck versammelt, um dem Hamburger Torhüter und seinen HSV -Kollegen beim Testspiel gegen eine nordfriesische U-23-Auswahl zuzujubeln. Der HSV, überraschend in einer 4-2-3-1-Formation, siegte 9:0, es gab Bier und Bratwurst für die Erwachsenen, Cola und Autogramme für die Kinder - und für Rost kein Gegentor und jede Menge Applaus. Es dürfte allerdings Rosts letzter Auftritt als unumstrittene Nummer eins im HSV-Trikot gewesen sein.

Kurz vor dem Ausflug in die schleswig-holsteinische Provinz hatte der Aufsichtsrat der Verpflichtung Jaroslav Drobnys zugestimmt. Bereits heute Morgen wird Drobny einen Dreijahresvertrag unterschreiben, anschließend ab 10 Uhr erstmals mit seinen neuen Kollegen trainieren. Und der Ex-Berliner trifft dabei neben Rost auch auf zwei alte Bekannte: David Jarolim und David Rozehnal. Mit den beiden Tschechen spielte der Torhüter in der Nationalmannschaft zusammen. "Ich habe ihn vor mehr als zehn Jahren kennengelernt, als wir gemeinsam mit dem U-21-Nationalteam Europameister wurden", sagt Jarolim, der sich über die Verpflichtung freut: "Wir haben erstmals vor einem Dreivierteljahr über den HSV gesprochen. Jaroslav ist ein lustiger Kerl, der wird uns Spaß machen."

Überhaupt nicht mehr zum Lachen zumute dürfte dagegen Rost sein, der sich erstmals nach knapp vier Jahren dem stellen muss. Damals hatte sich Schalkes früherer Trainer Mirko Slomka überraschend für den damaligen Nobody Manuel Neuer entschieden. Rost reagierte und wechselte in der Winterpause zum HSV. "Jeder will spielen, das gehört nun mal dazu. Aber es kann eben nur eine Nummer eins geben", sagt Jarolim, der beide Keeper schätzt. "Jaroslav ist stark auf der Linie und auch sehr gut im Eins-gegen-eins", lobt Jarolim seinen Landsmann, der nach mehr oder weniger erfolgreichen Stationen in seiner Heimat (Dynamo Ceske Budejovice), Griechenland (Panionios Athen), England (FC Fulham und Ipswich Town), den Niederlanden (ADO Den Haag) und Deutschland (VfL Bochum und Hertha Berlin) nun unbedingt in Hamburg die Nummer eins werden will.

Fraglich ist nur, ob Rost ähnlich wie auf Schalke reagiert und sich einen neuen Verein sucht, sollte sich Trainer Armin Veh nach der Vorbereitung - wie von den meisten erwartet - für Drobny als neuen Stammtorhüter entscheiden. Nach Abendblatt-Informationen will Rost aber selbst bei einer Degradierung seinen noch ein Jahr laufenden Vertrag mit einem Gehalt von knapp zwei Millionen Euro in Hamburg erfüllen. Trainer Veh sieht dem Zweikampf ohnehin gelassen entgegen. "Für mich ist das ganz normal. Ich hatte immer drei gute Torhüter", sagt Veh, der - zumindest offiziell - auch Rost-Vertreter Wolfgang Hesl nicht abschreiben will. Im gestrigen Testspiel durfte Hesl genau wie Rost jeweils eine Halbzeit spielen - ein Modell, das in der Bundesliga allerdings nicht praktiziert werden kann. Spätestens zum ersten Spieltag am 20. August muss sich Veh nach dem "Highlander"-Prinzip entscheiden: Rost oder Drobny - es kann nur einen geben.

Tore: 1:0 Guerrero (17.), 2:0 Guerrero (22.), 3:0 van Nistelrooy (27.), 4:0 Petric (29.), 5:0 Petric (37./Foulelfmeter), 6:0 van Nistelrooy (39.) 7:0 Son (75.), 8:0 Berg (85.), 9:0 Son (89.).