Leichtathletik-WM

Hindernisläuferin Krause holt überraschend Bronze

Kann es selbst nicht fassen: Gesa Felicitas Krause ist im 3000m-Hindernis-Finale überraschend Dritte geworden

Kann es selbst nicht fassen: Gesa Felicitas Krause ist im 3000m-Hindernis-Finale überraschend Dritte geworden

Foto: DAVID GRAY / REUTERS

23-Jährige lief in persönlicher Bestzeit auf Platz drei, lag sogar auf Goldkurs. Bolt und Gatlin locker im Finale. Erste Dopingfälle.

Peking. Nach Bronze für Diskuswerferin Nadine Müller steht Deutschland bei der Leichtathletik-WM in Peking mit vier Edelmetallen auf Rang vier im Medaillenspiegel. Am Mittwoch geht Speerwerfer Thomas Röhler mit berechtigten Medaillenhoffnungen ins Finale. Vier Jahre nach WM-Gold für Matthias de Zordo in Daegu könnte wieder ein Deutscher für eine Überraschung sorgen.

Die Entscheidungen am Mittwoch:

Stabhochsprung, Frauen (13.00)

Speerwerfen Männer (13.05)

400 m Hürden, Frauen (14.10)

3000 m Hindernis, Frauen (15.00)

400 m, Männer (15.25)

Die Entwicklungen und Ergebnisse der Leichtathletik-WM am Mittwoch:

Die Entscheidungen am Donnerstag

13:00 Uhr Hammerwurf Frauen
13:10 Uhr Dreissprung Männer
14:40 Uhr 400m Frauen
14:55 Uhr 200m Männer

Medaillenspiegel

Medaillen: Gold, Silber, Bronze.

1. Kenia 6, 3, 2
2. Großbritannien 3, 0, 0
3. Jamaika 2, 0, 1
4. Kuba 2, 0, 0
5. USA 1, 3, 5
6. Deutschland 1, 2, 2

Außenseiter gewinnt 400m-Finale

15:30 Uhr: Überraschend hat Wayde van Niekerk die Goldmedaille im 400m-Finale gewonnen. Der 23-Jährige Südafrikaner setzte sich mit der persönlichen Bestzeit von 43,48 Sekunden vor Titelverteidiger LaShawn Merritt (USA, 43,65s) und Olympiasieger Kirani James (Grenada, 43,78s) durch.

Deutsche Stabhochspringerinnen chancenlos

15:20 Uhr: Für Martina Strutz (Schwerin) und Lisa Ryzih (Ludwigshafen) war bereits bei 5,70m Schluss. Dagegen sicherte sich die Kleinste im Feld erstmals den WM-Titel. Yarisley Silva, 1,61m groß, aus Kuba übersprang als einzige die 4,90m und gewinnt damit Gold vor Fabiana Murer aus Brasilien und der Griechin Nikoléta Kyriakopoúlou.
Die Platzierungen im Überblick:

Gold: Yarisley Silva (Kuba) 4,90m,
Silber: Fabiana Murer (Brasilien) 4,85m,
Bronze: Nikoléta Kyriakopoúlou (Griechenland) 4,80m,
4. Angelica Bengtsson (Schweden), Jennifer Suhr und Sandi Morris (beide USA) alle 4,70m, 7. Holly Bradshaw (Großbritannien) 4,70m, 8. Martina Strutz (Schwerin) 4,60m, 9. Li Ling (China) 4,60m, 10. Minna Nikkanen (Finnland) 4,60m, 11. Alana Boyd (Australien) 4,60m, 12. Lisa Ryzih (Ludwigshafen) 4,60m.

Krause gewinnt Bronze

15:10 Uhr: Gesa Felicitas Krause ist im 3000m-Hindernis-Finale überraschend Dritte geworden. „Ich bin natürlich überglücklich. Das sind Momente, von denen man träumt, die sich in harten Trainingseinheiten im Kopf abspielen“, sagte Krause im ZDF. Bei ihrer dritten Weltmeisterschaft war die 23-Jährige kurz vor dem Ziel auf Goldkurs, ehe sie von Hyvin Jepkemoi und Habiba Ghribi noch überholt wurde. Am Ende fehlten 0,14 Sekunden zum Titel.
Die Platzierungen im Überblick:

Gold: Hyvin Jepkemoi (Kenia) 9:19,11 Minuten,
Silber: Habiba Ghribi (Tunesien) 9:19,24,
Bronze: Gesa Felicitas Krause (Frankfurt) 9:19,25,
4. Sofia Assefa (Äthiopien) 9:20,01, 5. Emma Coburn (USA) 9:21,78, 6. Hiwot Ayalew (Äthiopien) 9:24,27, 7. Virginia Nganga (Kenia) 9:26,21, 8. Lalita Shivaji Babar (Indien) 9:29,64, 9. Stephanie Garcia (USA) 9:31,06, 10. Salima Alami (Marokko) 9:32,15, 11. Ruth Jebet (Bahrain) 9:33,41, 12. Colleen Quigley (USA) 9:34,29, 13. Özlem Kaya (Türkei) 9:34,66, 14. Fadwa Madane (Marokko) 9:41,45, 15. Rosefline Chepngetich (Kenia) 9:46,08

Gatlin und Bolt gewinnen Halbfinals

14:47 Uhr: In den 200m-Halbfinals haben Usain Bolt und der zweifache Dopingsünder Justin Gatlin ihre Halbfinals jeweils gewonnen. Gatlin dominierte das zweite Halbfinale mit 19,87 Sekunden, während Bolt das dritte mit 19,95 Sekunden gewann. Das Finale findet morgen statt.

Ryzih und Strutz sind raus

14:22 Uhr: Lisa Ryzih und Martina Strutz sind im Stabhochsprungfinale bei 4,70m gescheitert. Ryzih erreicht Platz Zwölf, Strutz wird Achte.

Keine Medaille für deutsche Speerwerfer

14:15 Uhr: Das Trio um Thomas Röhler, Andreas Hofmann und Johannes Vetter hat die Medaillenränge knapp verpasst. Bester Deutscher wurde Röhler auf Rang Vier mit einer Weite von 87,41m. Neuer Weltmeister ist der Kenianer Julius Yego mit einer Weltjahresbestleistung von 92,72m.

Die Platzierungen im Überblick:

Gold: Julius Yego (Kenia, 92,72m), Silber: Ihab Abdelrahman El Sayed (Ägypten, 88,99m), Bronze: Tero Pitkämäki (Finnland, 87,64m), 4. Thomas Röhler (Jena, 87,41m), 5. Antti Ruuskanen (Finnland, 87,12m), 6. Andreas Hofmann (Mannheim, 86,01m), 7. Johannes Vetter (Saarbrücken, 83,79m), 8. Vítezslav Veselý (Tschechien, 83,13m)

Gold für Tschechien

14:10 Uhr: Zuzana Hejnova hat im 400m-Hürden-Finale der Frauen mit einer Zeit von 53,50 Sekunden ihren WM-Titel von 2013 verteidigt. Silber gewann die 20-Jährige Shamier aus den USA und Bronze ihre Landsgefährtin Cassandra Tate.
Die Platzierungen:

Gold: Zuzana Hejnová (Tschechien, 53,50s), Silber: Shamier Little (USA, 53,94s), Bronze: Cassandra Tate (USA, 54,02s), 4. Sara Petersen (Dänemark, 54,20s), 5. Janieve Russell (Jamaika, 54,64s), 6. Eilidh Child (Großbritannien, 54,78s), 7. Wenda Nel (Südafrika, 54,94s), 8. Kaliese Spencer (Jamaika, 55,47s).

Röhler auf Medaillenkurs

13:36 Uhr: Die deutsche Medaillenhoffnung Thomas Röhler liegt aktuell im Speerwurffinale auf Rang Drei. Im dritten Durchgang gelang ihm eine Weite von 86,77m. Drei weitere Durchgänge folgen noch.

Europameisterin scheitert im Stabhochsprungfinale

13:30 Uhr: Erste dicke Überraschung im Stabhochsprungfinale der Frauen. Die amtierende Europameisterin Anschelika Sidorowa scheitert bereits bei einer Höhe von 4,50m.

Doping: Kenianische Läuferinnen suspendiert

13:05 Uhr: Die IAAF sperrte nun die 400m-Läuferin Joyce Zakary und Hürdenläuferin Koki Manunga, nachdem sie nach ihren WM-Vorläufen positiv getestet worden waren (siehe Meldung von 11.16 Uhr).

Weltmeister Fajdek dementiert Medaillenbezahlung

12:21 Uhr: Der polnische Hammerwurf-Weltmeister Pawel Fajdek hat Medienberichte dementiert, wonach er in betrunkenem Zustand eine Taxifahrt in Peking mit seiner Goldmedaille bezahlt haben soll. Nach Angaben des 26-Jährigen habe er die Medaille im Taxi lediglich vergessen und sei auch nicht betrunken gewesen. Wenig später habe ihm der Taxifahrer die Medaille zurückgebracht.

"Ich habe ihm dafür ein Extra-Trinkgeld gegeben und bin dann ins Bett gegangen. Und dann muss ich später solche Unwahrheiten lesen und werde als betrunkener Idiot dargestellt", schrieb Fajdek auf seiner Facebook-Seite. Am Sonntag hatte er bei der WM in Peking mit 80,88m seine Goldmedaille von Moskau vor Asienmeister Dilschod Nasarow (Tadschikistan, 78,55m) sowie seinem weitengleichen Landsmann Wojciech Nowicki (78,55m) erfolgreich verteidigt.

Barfuß über 5000 Meter

11:53 Uhr: Kurioser Nachtrag zum Vorlauf der 5000 Meter: Abdullah Al-Qwabani aus dem Jemen begeisterte am Mittwochmorgen die Zuschauer. Der 16-Jährige lief nämlich das Rennen, bei dem auch der zweifache Olympiasieger Mo Farah aus Großbritannien startete, barfuß. Er kam zwar mit 16:02,55 Minuten - persönliche Bestzeit - als Letzter ins Ziel, dürfte aber sicherlich Sieger der Herzen gewesen sein. Der junge Außenseiter aus dem bürgerkriegsgeplagten Land bekam seine Startchance durch ein Entwicklungsprogramm des Weltverbandes IAAF.

WM droht erster Dopingskandal

11:16 Uhr: Kenia droht der nächste große Dopingskandal. Kenianischen Medienberichten zufolge wurden 400m-Läuferin Joyce Zakary und Hürdenläuferin Koki Manunga nach ihren WM-Vorläufen positiv getestet. Wie das kenianische Nachrichtenportal sportnewsarena berichtete, soll bei beiden Läuferinnen ein maskierendes Mittel für eine noch unbekannte Dopingsubstanz festgestellt worden sein - von Nandrolon war die Rede. Eine Äußerung der IAAF steht noch aus, da man erst einmal abwarten wolle, bis es Beweise gebe.

Erst WM, dann Nieren-OP

11:10 Uhr: Hürden-Olympiasieger Aries Merritt aus den USA hat bei der Leichtathletik-WM in Peking eine schwere Nierenerkrankung offengelegt. „Wer weiß, das könnten meine letzten Meisterschaften sein“, sagte der Weltrekordhalter (12,80 Sekunden) am Mittwoch nach seinem Vorlauf über 110 Meter Hürden. Am 1. September, nur vier Tage nach dem WM-Finale, wird der 30-Jährige sich einer Nierentransplantation unterziehen, da seine Nierenfunktion aufgrund einer seltenen genetischen Störung aktuell nur noch bei weniger als 20 Prozent liege.

Deutsche Athleten halten sich schadlos

9.51 Uhr: Betty Heidler mühte sich ins Hammer-Finale, Richard Ringer überstand im Sog von Superstar Mo Farah den 5000-m-Vorlauf: Die deutschen Leichtathleten haben sich am Morgen fast ohne Ausfall durch die Vorrunden gekämpft. Lediglich Hürdensprinter Alexander John ereilte das frühzeitige Aus nach einem Fehlstart.

Ex-Weltrekordlerin Heidler (Frankfurt) vermied dabei zwei Jahre nach dem Quali-Aus von Moskau ein erneutes Desaster und erreichte die Medaillen-Entscheidung am Donnerstag (13 Uhr/ARD) mit einem glanzlosen neunten Platz. "Das ist die einzige Nachricht, die heute zählt", sagte die 31-Jährige.

Mit allen drei Versuchen verpasste die Weltmeisterin von 2007 die geforderte Weite von 72,50 m deutlich, mit ihrem besten Wurf auf 70,60 m lag Heidler aber letztlich einen knappen Meter über dem "Cut". Im Vogelnest löste auch Heidlers Frankfurter Vereinskollegin Kathrin Klaas das Final-Ticket, die 31-Jährige wurde mit 71,41 m Siebte. Beste der Qualifikation war Polens Weltrekordlerin Anita Wlodarczyk mit im ersten Versuch erzielten 75,01 m.

Platz sechs und starke 13:19,84 Minuten im schnellen zweiten Vorlauf reichten dem deutschen 5000-m-Meister Ringer, um im Finale am Samstag (13.30 Uhr/ARD) dabei zu sein. Doppel-Olympiasieger Farah wurde vier Tage nach seinem Triumph über 10.000 m in 13:19,42 Minuten Zweiter hinter dem erst 18 Jahre alten Äthiopier Yomif Kejelcha (13:19,38), der mit 12:58,39 Minuten die Jahresweltbestzeit hält. Im ersten Lauf lag Vizeweltmeister Hagos Gebrhiwet (Äthiopien) in 13:45,00 Minuten vorne.

Über 800 m zogen Fabienne Kohlmann und Christina Hering ins Halbfinale ein. Die deutsche Meisterin Kohlmann (Karlstadt) gewann ihren Vorlauf in 2:01,42 Minuten. Vizemeisterin Hering (München) wurde zwar in ihrem Rennen nur Fünfte, schaffte aber in 2:00,36 Minuten über die Zeitregel den Einzug in die Vorschlussrunde am Donnerstag (14.15 Uhr/ARD).

Auch die südafrikanische Ex-Weltmeisterin Caster Semenya erreichte die nächste Runde, kam mit etwas Mühe in ihrem Vorlauf in 1:59,59 Minuten auf Platz drei. Die 24-Jährige war nach erneuten Knieproblemen erst im letzten Moment auf den WM-Zug aufgesprungen. Wegen der Verletzung hatte sie schon die Titelkämpfe 2013 in Moskau verpasst.

Die Hürdensprinter Gregor Traber (Stuttgart) und Matthias Bühler (Offenburg) schafften es ebenfalls in die Vorschlussrunde (Donnerstag, 13.05 Uhr/ARD). Der 22 Jahre alte deutsche Meister Traber schaffte es in 13,44 Sekunden als Dritter seines Vorlaufs in die nächste Runde, Bühler lief in 13,35 Sekunden als Zweiter seines Laufs Saisonbestleistung. Der Leipziger John (Leipzig) wurde nach einem Fehlstart disqualifiziert.

Einen skurrilen Auftritt legte Ronnie Ash hin. Der US-Amerikaner wurde nach einem Fehlstart ebenfalls disqualifiziert, weigerte sich aber, die Bahn zu verlassen. Ein Kampfrichter zeigte ihm minutenlang vergebens die rote Karte, ehe Ash sich dann doch kopfschüttelnd verabschiedete.