Derby in Hamburg-Horn

Darboven spannt Schirm über das Galopp-Derby

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Jens Meyer-Odewald

Foto: WITTERS / WITTERS/Witters Sport-Presse-Fotos

Der Kaffeekaufmann Albert Darboven und die Sparda-Bank engagieren sich beim Derby mit geschätzten 250 000 Euro.

Hamburg. Zum zweiten Mal rettet Kaffeekaufmann Albert "Atti" Darboven das Galopp-Derby: Wie schon im Vorjahr wird der Wettstreit um das Blaue Band auf der Rennbahn in Hamburg-Horn unter dem Patronat seiner Firma gestartet. Titel des hierzulande bedeutendsten Rennens am 18. Juli: 141. Idee Deutsches Derby. Hoffnungen, dass sich das Scheichtum Katar als neuer Hauptsponsor engagiert, zerschlugen sich ebenso wie Gespräche mit anderen Partnern aus der Wirtschaft.

"Ja, ich übernehme das noch einmal", bestätigte Darboven dem Abendblatt. "Was soll ich machen? Es kommt ja sonst keiner aus dem Busch." Über Geld rede er als hanseatischer Kaufmann gar nicht gerne: "Das ist eine Frage des Herzblutes und nicht der finanziellen Kalkulation." Im Umfeld des Hamburger Renn-Clubs (HRC) wird davon ausgegangen, dass sich Darboven und die Sparda-Bank mit insgesamt 250 000 Euro engagieren. Begehrlichkeiten anderer Rennvereine wie in Köln oder gar beim wirtschaftlich labilen Baden-Badener Klub werden somit im Keim erstickt. "Eine solide und zutiefst hanseatische Lösung", befand HRC-Präsident Eugen-Andreas Wahler über die Hilfsmaßnahme seines Vize.

Bis vorgestern hatten die Horner Derby-Macher auf eine externe Lösung gesetzt. Bereits vor Wochen war der wohl kapitalstärkste Hoffnungsträger abgesprungen: Die "Wüstensöhne" aus Katar, während der vergangenen Turf-Meetings präsent, haben den Geldhahn zugedreht und sich verabschiedet. Damit fällt auch der zuletzt mit 80 000 Euro dotierte "Katar Cup" aus.

Ersatzweise geht ein anderes Emirat an den Start: Dubai übernimmt die Patenschaft des ersten Sonntags der Rennwoche (11. Juli). Seine Hoheit Scheich Hamdan al Maktoum persönlich will nach Hamburg kommen. An "seinem" Renntag werden ihm drei Araberrennen geboten, darunter eine nach dem Maktoum-Gestüt Shadwell benannte und mit 15 000 Euro ausgestattete Prüfung. Das Hauptereignis des Dubai-Renntages, Deutschlands zweitgrößte Stutenprüfung, wird unter dem Patronat der Fluggesellschaft "Emirates" ausgetragen. Hostessen sollen die Siegerehrung zusätzlich aufwerten. "Das Emirat wird unter den Zuschauern 5000 Geschenke verteilen", verspricht Hubert Lorenz, Geschäftsführer des Deutschen Araber-Verbandes. Die Gespräche mit Dubai führe er seit Monaten und könne den Hamburgern "ein sportliches Spektakel" versprechen. Der Renn-Club selbst hofft auf einen zusätzlichen Segen: Der turfbegeisterte Hamdan al Maktoum könnte einen seiner Vollblüter für das 141. Idee Deutsche Derby anmelden. In diesem Fall würde eine Nachnenngebühr in Höhe von 50 000 Euro fällig.

Auch ohne Scheich-Pferd erwartet die Besucher ein Galopp-Wochenende bisher nicht bekannter Qualität: Am Derbyvortag wird in Horn der Hansa-Preis ausgetragen, der aus Düsseldorf übernommene frühere Deutschland-Preis. Somit stehen in Hamburg binnen zwei Tagen zwei von sieben hiesigen Rennen der Gruppe eins auf dem Programm. Weitere Aufwertung: An jedem der sieben Renntage wird es ein Gruppenrennen geben.

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