Kleine Fluchten: Hotel "Zum Hofmaler" in Potsdam

Holländer-Haus mit modernem Anbau

Das fünfachsige Gebäude mitten in der Altstadt soll den Gästen vorbehalten bleiben. Deshalb gibt es kein Restaurant.

Wie man weiß, reiste der "Alte Fritz", seines Zeichens König von Preußen, gern in andere Länder. Dort sammelte er viele Anregungen, unter anderem für die Gestaltung eigener Gebäude. Besonders beeindruckte ihn die Bauweise in den Niederlanden. Deshalb warb er Arbeiter aus dem Nachbarland an. Damit sie sich heimisch fühlten, ließ er eine Siedlung im typisch holländischen Stil errichten. Das schachbrettartig angelegte Ensemble umfasst 135 Häuser und erstreckt sich über 10 Hektar. Die leuchtend roten Backsteinhäuser, in denen sich heute viele kleine Läden, schöne Boutiquen, nette Cafes und einladende Restaurants befinden, verleiten wohl jeden zum Bummeln und Einkaufen.

Inmitten dieser lebendigen historischen Altstadt von Potsdam liegt das kleine Hotel "Zum Hofmaler", das im Mai des letzten Jahres fertiggestellt wurde. Aufgrund seiner idealen Lage gehört es heute zu den beliebtesten Herbergen im Viertel.

In dem sanierten Haus gibt es zwei Barockzimmer, ein Kaminzimmer mit wunderschönem Parkettfußboden und freistehender Badewanne sowie zwei Suiten im Dachgeschoss mit Balkon. Bei diesen beeindruckt besonders die unverputzte Wand, die sich hinter einer großen Glasscheibe befindet. Sie verleiht den Räumen ein ganz eigenes Ambiente. Eine weitere Attraktion ist das "Zimmer der langen Kerls", dort haben die Betten eine Länge von 2,20 Metern. Der historische Hintergrund: In die Garde Friedrichs des Großen wurden nur sehr große Männer aufgenommen, eben die langen Kerls. Damit auch sie bequem schlafen konnten, wurden oft die Gauben in den Zimmern vergrößert.

In einer neu erbauten Remise gibt es noch elf weitere Zimmer, die über eine kleine Terrasse oder - in den beiden oberen Stockwerken - über einen Balkon verfügen. Die topmodern gestalteten, hohen Räume haben alle eine breite Fensterfront und sind mit Parkett und einer Fußbodenheizung ausgestattet. Die Wände sind im heute wieder angesagten 1960er-Jahre-Retrolook gehalten. Das Badezimmer ist mit bis zur Decke reichenden Milchglaswänden geschickt abgetrennt. Erfreulich großzügig geraten: die Nasszelle.

Morgens wird ein umfangreiches Frühstücksbüfett im stilvoll eingerichteten Frühstücksraum mit seinen toskanaroten Wänden aufgebaut An kalten Tagen wärmt hier ein Kaminfeuer. Im Sommer lädt die Terrasse im Innenhof zum Verweilen.

Betrieben wird dieses gemütliche Hotel von Marion Klitsche. Die aus einer Hoteliersfamilie stammende Herbergschefin wurde in Falkensee, in der Nähe von Berlin geboren. 2007 eröffnete sie dieses Hotel als Pächterin. Sie legt Wert darauf, dass es nur den Gästen vorbehalten ist. "Deshalb bleiben wir auch ein Garni-Hotel, denn Restaurants gibt es in Potsdam genug."

"Der Gast soll zuvorkommend und höflich betreut werden" ist ihre Maxime, die das kleine Team von vier Mitarbeitern konsequent umsetzt. So prägt dieses Haus denn auch eine besonders angenehme Stimmung. "Wir fühlen uns hier wohl und uns macht die Arbeit viel Spaß. Das wollen wir auch dem Gast vermitteln", sagt die Betreiberin mit viel Überzeugung. Und dieses Vorhaben gelingt, wie die zahlreichen positiven Eintragungen im Gästebuch zeigen: "Absolut keine Beanstandungen" schreibt ein zufriedener Gast, ein anderer meint, es sei "das pfiffigste Hotel, das ich bewohnt habe".