Kinderstadt Stormini

Spielen und shoppen - so schön kann das Leben sein

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Martina Tabel

Das Freizeitangebot ist so riesig, dass die Kinder ins Grübeln kommen, was sie zuerst machen sollen

Ahrensburg. Das Band wackelt reichlich und ist verdammt schmal. Keine zwei Schritte, und schon sind die Damen abgerutscht. Vor allem Mädchen mit Gummischuhen haben da so ihre Probleme. Laura, 9, aus Ahrensburg entledigt sich daher wild entschlossen ihrer pinkfarbenen Crocs und startet den Balanceakt auf Socken - und regennasser Slackline. Aufgeben gilt nicht. Jetzt probiert es Helen. Sie hält sich gut und macht dabei die tollsten Verrenkungen. "Wir haben so etwas im Garten", sagt die Neunjährige. "Aber unser Band am Zaun ist durchgeleiert. Deswegen konnte ich nicht mehr üben." Mit dieser einleuchtenden Erklärung wird der Versuch erst einmal abgebrochen, während ein Stück weiter auf dem Hof Rennfahrer im Temporausch ihre Kurven drehen.

Schnell rein. Bevor sich ein anderer das schicke blaue Gokart schnappt. "Ich bin gestern schon mit so einem Ding gefahren und fand' das ganz toll", sagt Carla, 12, aus Bad Oldesloe. "Da kann man so richtig Gas geben." Wie funktioniert das denn? "Na treten!" Logisch. Zehn Minuten. Mehr gibt es nicht. Die beiden 16 Jahre alten Teamer Hanna und Paulina passen genau auf. "Wir stoppen die Zeit", sagt Hanna. Das muss sein, denn der Andrang am Flitzer-Parcours ist groß und das Gedrängel auch.

Dabei gibt es genug. Das Freizeitangebot in Stormini ist riesig. Die Kinder können zwischen 23 Angeboten auswählen. Dazu kommen noch zwölf von der Volkshochschule. Wer Dänisch, Spanisch oder Polnisch sprechen möchte, kann das hier genauso tun, wie ein paar Sätze Afrikaans lernen oder an sich bei einem Kunstworkshops neue Talente entdecken.

Den Freizeitspaß gibt es für einen Stormi. Mit ein paar Ausnahmen. Denn schon nach zwei Tagen war klar: Es gibt richtige Renner. Und da gilt es, gegenzusteuern. "Die Karten für das Badlantic sind sofort weg. Auch Kanufahren auf dem Bredenbeker Teich ist total beliebt. Deswegen haben wir den Preis auf zwei Stormis erhöht", sagt Teamerin Jana Oelschlägel.

Mehr als zwei Stunden können die Storminibürger jeden Tag nach getaner Arbeit spielen, Quatsch machen und sich austoben. "Nach dem Abendbrot geht es los", sagt Daniela Gonser, die sich um die Vorbereitung des Freizeitbereichs gekümmert hat.

Wie wär's mit Fußball, Volleyball oder Trampolinspringen? Oder doch einmal ausprobieren, wie ein Tattoo auf dem Arm so aussieht? In einem XXL-Kicker kämpfen Jungen um den Ball. Statt Stangen zu drehen, an denen Plastikmännchen ihren Dienst tun, stehen die Kinder selbst auf einem Riesenfeld - angegurtet. "Der Gurt hält einen fest. Es ist schwierig, sich zu bewegen", sagt Max, 11, aus Ahrensburg. "Man muss gut zusammenspielen. Das macht echt Spaß." Noch mehr Spaß scheint es den Jungs zu machen, auf die luftgefüllte Spielfeldumrandung zu springen - immer rauf auf die herrlich wabbelnde, blaue Plastikwurst.

Zur Freizeit gehört natürlich auch das Shoppen. Alles, was die Kinder tagsüber hergestellt haben, wird vor dem Abendbrot verkauft. Ledertäschchen, bedruckte T-Shirts, Kerzenständer oder Marmelade. Der Markt öffnet um 17.30 Uhr. Wer zu spät kommt, hat das Nachsehen. Auch heute geht es blitzschnell. Fünf Minuten - und schon ist fast alles weg. "Dabei gibt es jetzt immer mehr, weil die Kinder immer besser arbeiten und mehr herstellen", sagt Lilly, 10, die nur noch ein paar Perlenketten anzubieten hat.

Der leichte Nieselregen stört bei all dem nicht. Der Markt ist in einem Zelt aufgebaut. Und dass es kalt ist, versuchen die Storminibürger auch so gut es geht zu ignorieren. Wer malt oder sich beim Kicker drinnen amüsiert, hat das Problem ohnehin nicht. Und auch das Kino ist im Schulgebäude. "Heute wird ein Roboterfilm gezeigt", sagt Tom, 11 aus Ahrensburg. Er will unbedingt hin. "Kino gibt es jeden Abend", sagt Freizeitbetreuerin Daniela Gonser. "Und kurz vor dem Schlafengehen wird immer die Tageschau gezeigt, mit den Nachrichten des Tages." Alle Geschichten aus Stormini sind von den Kindern recherchiert und gedreht worden. Das war harte Arbeit, wie in all anderen Workshops, aber auch sie wir mit unglaublichem Spaß fast spielend erledigt.

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