Nord-Ostsee-Bahn

Streik verliert Wirkung – Konzern hilft mit Personal

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Der Mutterkonzernz der NOB, Veolia, hilft mit Personal aus anderen Teilen Deutschlands aus. Der Streik der Lokführer scheint zu scheitern.

Kiel. Der Lokführer-Streik bei der Nord-Ostsee-Bahn droht zu scheitern. Der Mutterkonzern Veolia hilft der NOB mit Personal aus anderen Teilen Deutschlands. Die Züge Hamburg-Westerland verkehren wieder planmäßig , weitere Verbindungen sollen in Kürze folgen.

Trotz des andauernden Lokführerstreiks verkehren seit Montag die Züge der Nord-Ostsee-Bahn (NOB) auf der Strecke Hamburg – Westerland (Sylt) wieder nach dem regulären Fahrplan. Die NOB setze mit Hochdruck alles daran, den Fahrgästen auch im Netz Nord (Kiel – Husum, Husum – St. Peter-Ording und Kiel – Eckernförde) "schnellstmöglich wieder alle planmäßigen Zugfahrten anbieten zu können", sagte eine NOB-Sprecherin.

Nach ihren Angaben setzt die NOB zusätzliche Lokführer ein. Sie werden zur Verfügung gestellt von der Veolia Verkehr Region Nordost und von der Personalservicegesellschaft der Veolia Verkehr. Die NOB ist eine hundertprozentige Tochter der Veolia Verkehr GmbH, einem Unternehmensbereich des französischen Konzerns Veolia Environnement.

"Die Situation, insbesondere für die Sylter Pendler, ist untragbar", sagte NOB-Geschäftsführerin Martina Sandow und fügte hinzu: "Wir wollen, dass hier dauerhaft Normalität zurückkehrt - unabhängig vom Tarifkonflikt mit der GDL." Die Gewerkschaft der Lokführer hat seit dem Winter immer wieder gestreikt. Der 100. Streiktag steht an diesem Freitag bevor.

+++ Nordsee-Ansturm am Wochenende erwartet +++

+++ Anhaltender Streik der NOB-Lokführer +++

Eine Stellungnahme der GDL war zunächst nicht zu bekommen. NDR1 Welle Nord berichtete am Montag, dass lediglich noch 15 NOB-Lokführer streiken, nachdem es zunächst etwa 50 gewesen seien.

Im Netz Nord der NOB werde es voraussichtlich noch bis einschließlich 6. November "zu leichten Einschränkungen" kommen, teilte die Unternehmenssprecherin weiter mit. Es würden daher teilweise Fahrten durch Busse ersetzt.

Wie viele Lokführer aus anderen Bundesländern und Unternehmen in Schleswig-Holstein bei der NOB derzeit im Einsatz sind, wollte die Sprecherin nicht sagen. Die Region Nordost ist innerhalb der Unternehmensgruppe mit zwölf Gesellschaften und 15 Marken die größte. Sie erstreckt sich von der Nord- und Ostseeküste über den östlichen Teil Deutschlands bis nach Sachsen.

Verkehrsminister Jost de Jager (CDU) und Arbeitsminister Heiner Garg (FDP) hatten die Tarifpartner erst am Freitag aufgefordert, rasch eine Lösung zu finden. Weitere Belastungen Unbeteiligter müssten vermieden werden. Sie zeigten sich besorgt über die Auswirkungen an der Westküste und auf der Insel Sylt.

Seit Februar hatten in ganz Deutschland Lokführer bei zahlreichen Regionalbahnen gestreikt. Ziel war ein einheitlicher Tarifvertrag für alle 26 000 Lokführer in Deutschland, der sogenannte Bundesrahmen-Tarifvertrag. Inzwischen ist der anfangs bundesweite Konflikt zwischen der GDL und verschiedenen Regionalbahnen weitgehend beigelegt. Einzig bei der NOB wird noch gestreikt.

Die GDL hatte kürzlich erst Durchhaltewillen signalisiert: "Unsere Streikkasse ist gut gefüllt", sagte Pressereferent Stefan Mousiol. "Wir haben berechtigte Forderungen." Zu den inhaltlichen Forderungen gehört die Übernahme von Lokführern bei einem Betreiberwechsel mindestens zu den Bedingungen dieses Bundesrahmen-Tarifvertrages.

Warum es nun gerade mit der NOB nicht klappt? Mousiol vermutete, dass der Mutter-Konzern Veolia es der NOB so diktiere. Vielleicht wolle das Unternehmen den Vorteil geringerer Lohnkosten weiter nutzen. Eine Einflussnahme durch Veolia wies die NOB dagegen zurück. Für die NOB ist der Pferdefuß bei den Verhandlungen, dass die GDL auf einem bundeseinheitlichen Tarif beharre. Die NOB verhandele aber "ausschließlich auf der Ebene eines Haustarifvertrages", sagte Sandow. Man sei nach wie vor an einer Verhandlungslösung interessiert, betonte eine NOB-Unternehmenssprecherin am Montag.