Spezialschiffe

Bremer Reederei steigt ins Offshore-Ölgeschäft ein

Die Reederei Harren & Partner steckt mit Hilfe der US-Investmentbank Goldman Sachs 500 Millionen Dollar in Offshore-Ölförderung.

Bremen. Goldman und die Reederei Harren & Partner investieren 500 Millionen Dollar (337 Millionen Euro) in die norwegische Offshore Installation Group (OIG), an der Harren & Partner beteiligt ist.

Mit dem Geld sollen große Spezialschiffe für das Offshore-Ölgeschäft finanziert werden, sagte ein Sprecher der Reederei am Freitag. Die „Financial Times Deutschland“ (FTD) hatte berichtet, dass mit Harren & Partner erstmals ein deutsches Unternehmen in den Markt für die Installation von Öl-und Gasförderanlagen auf hoher See eintrete.

Mehrheitseigner an der OIG soll einer Mitteilung der beteiligten Unternehmen zufolge Goldman Sachs werden. Laut FTD peilt OIG-Chef Heiko Felderhoff eine Börsengang in drei Jahren an.

„Das ist ein sportliches Ziel, aber wir arbeiten auf jeden Fall darauf hin“, sagte der Sprecher der Reederei. Das Unternehmen will bei der Tiefseeölförderung in Regionen wie Westafrika oder vor Indien aktiv werden.

„Unser Vorteil gegenüber der Konkurrenz sind die Schiffe“, erläuterte der Unternehmenssprecher. Die Schiffe der „OIG Giant“ Klasse hätten mehr Tragekapazität und größere Kräne und könnten daher im Tiefwasserbereich in Bereichen von bis zu 2000 Metern eingesetzt werden. Eines der Schiffe sei bereits in Dienst gestellt, ein zweites folge im September. Weitere Schiffe seien geplant.

OIG tritt in dem Geschäft als Auftragsdienstleister für die Ölkonzerne auf. Bei den Schiffen handele es sich im Prinzip um Tanker, die zu Ölförder- und Produktionsanlagen umgebaut worden seien, sagte der Sprecher.

Wegen der knapper werdenden bisher genutzten Ölvorkommen setzen die Ölkonzerne zunehmend auf die Erschließung schwer zu erreichender Ölfelder in großer Tiefe.

Im vergangenen Jahr hatte die Tiefwasserbohrung der BP im Golf von Mexiko wegen einer Explosion auf der Ölplattform „Deep Water Horizon“ für eine Umweltkatastrophe gesorgt. Über Monate hinweg strömte unkontrolliert Öl ins Meer. „Was mir machen, ist damit nicht unbedingt vergleichbar“, sagte der Sprecher der Reederei.

Ein Vorteil der von OIG eingesetzten Schiffe sei der, dass sie mehrere kleine ersetzen könnten. „Das funktioniert auch unter Sicherheitsaspekten viel besser. Deshalb sind auch die Ölfirmen daran interessiert.“