Darmkeim

Bremen bestätigt: 24-Jährige starb an EHEC

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Die in der Nacht zum Dienstag gestorbene Frau habe die Symptome gezeigt, jetzt ist klar, dass der Darmkeim auch die Todesursache war.

Hamburg. Die in der Nacht zum Dienstag in einer Bremer Klinik gestorbene 24-Jährige ist Opfer des gefährlichen Durchfallkeims EHEC geworden. Dies zeigten nach Angaben einer Sprecherin des Gesundheitsressorts vom Donnerstag die Untersuchungen. In Bremen sei die Zahl der Verdachtsfälle weiter leicht gestiegen, genaue Zahlen wollte das Ressort am Nachmittag nennen. Die Patientin hatte alle Symptome der Infektion. Das Robert Koch-Institut hatte am Mittwoch davor gewarnt, rohe Tomaten, Salatgurken und Blattsalate zu essen.

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Der EHEC-Typ, der für den aktuellen Ausbruch der Darminfektionen in Deutschland verantwortlich ist, wurde identifiziert. Forscher des Uni-Klinikums Münster stellten am späten Mittwochabend fest, dass es sich um "einen Vertreter des Typs 'HUSEC 41' des Sequenztyps ST678“ handelt. Den Angaben zufolge ist dies einer von"„42 repräsentativen EHEC-Typen“, die seit 1996 in Deutschland bei Patienten aufgetreten ist. Mit diesem EHEC-Typ sei es bislang weder in Deutschland noch weltweit zu dokumentierten Ausbrüchen gekommen. Nach ersten Erkenntnissen ist der EHEC-Typ besonders resistent und spricht unter anderem auf Penicillin nicht an.

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Die EU wird wegen der EHEC-Epidemie in Deutschland bald europaweit die Alarmstufe 1 ausrufen. Das sagte der Vorsitzende des Ausschusses für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit im EU-Parlament, Jo Leinen (SPD), der "Neuen Osnabrücker Zeitung“ (Donnerstagausgabe).

"Die EU-Kommission und wir im Parlament nehmen die besorgniserregende Entwicklung in Deutschland sehr ernst. Es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis der gefährliche EHEC-Erreger auch auf andere EU-Länder überspringt“ erläuterte Leinen. Das Europäische Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten in Stockholm sei bereits eingeschaltet worden.

Bei der Alarmstufe 1 werden alle Mitgliedsländer der EU aufgerufen, Maßnahmen zum Schutz ihrer Bevölkerungen einzuleiten. Bei einer Anhörung im Gesundheitsausschuss wurde vermutet, dass der Erreger über eine Salatsorte verbreitet werde. Genaue Erkenntnisse fehlten aber noch, sagte Leinen. (dapd)