Forschungsministerin regt neue Initiative an

Deutsches Mondprogramm: Unterstützung für Schavan

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Die Forderung von Forschungsministerin Annette Schavan (CDU) nach einem eigenen deutschen Raumfahrtprogramm ist bei Union und FDP auf Zuspruch gestoßen.

Hamburg. Im Interview mit abendblatt.de, der Online-Ausgabe des Hamburger Abendblatts, sagte Schavan: "Deutschland sollte versuchen, in dem globalisierten Markt eine starke Position einzunehmen und sich durch ein eigenständiges Programm zu positionieren." Wenn es gelinge, eine nationale Mondmission zu realisieren, könne die Fähigkeit der deutschen Forschung und Wirtschaft unter Beweis gestellt werden. Der Mond sei "ein technologisches Sprungbrett für weitere Missionen ins All", sagte Schavan.

Der forschungspolitische Sprecher der CDU/CSU-Fraktion, Stefan Müller, sprach sich ebenfalls für ein deutsches Mondprogramm aus: "Ich halte die Initiative von Frau Schavan für richtig. Deutschland ist in der Raumfahrttechnologie Spitze." Ein deutsches Mondprogramm solle aber nicht allein staatlich finanziert werden, sondern partnerschaftlich mit der Industrie.

Auch die forschungspolitische Sprecherin der FDP, Ulrike Flach, unterstützte Schavans Vorstoß. "Sollte es im Herbst zu einer schwarz-gelben Regierung kommen, würde die FDP ein nationales Mondprogramm sofort auf den Verhandlungstisch legen", sagte Flach dem Abendblatt. Sie betonte: "Die FDP fordert seit Jahren ein nationales Mondprogramm." Wenn erkennbar sei, dass die Vorteile eines nationalen Programms überwiegen, etwa die deutsche Qualität im Satellitenbereich, dann müssten für ein Mondprogramm andere Technologieprogramme im Wirtschaftsministerium zurückgeschnitten werden, sagte die Liberale. Dennoch sei sie verwundert, so Flach, dass die Forschungsministerin jetzt etwas fordere, "wofür sie vier Jahre lang keine Kraft gehabt hat". Flach brachte zugleich eine Kooperation mit der US-Raumfahrtbehörde ins Gespräch. "Es besteht vielleicht die Möglichkeit, mit der Nasa zusammenzuarbeiten. Die Amerikaner haben ihre Mondmissionen bereits auf den Weg gebracht. Man könnte mit ihnen handfest verhandeln."

Die Bundesregierung hatte im vergangenen Jahr die Finanzierung für eine Mondmission gestoppt. Das vom Deutschen Luft- und Raumfahrtzentrum (DLR) geplante Programm war auf bis zu 350 Millionen Euro ausgelegt. Im Jahr 2012 hätte eine unbemannte Sonde zum Mond starten sollen.

( (kam) )