Trauerfeier in Duisburg ohne Oberbürgermeister

Duisburg/Düsseldorf. Nach der Massenpanik mit 20 Toten bei der Loveparade in Duisburg werden immer neue Vorwürfe gegen die Verantwortlichen in der Stadtverwaltung bekannt, der Ruf nach einem Rücktritt von Oberbürgermeister Adolf Sauerland (CDU) wird lauter. Nordrhein-Westfalens Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) forderte gestern "personelle Konsequenzen". Sie habe "zur Kenntnis genommen", dass Sauerland im Amt bleiben wolle. "Es wird am Ende auch um politische Verantwortung gehen", sagte Kraft mit Blick auf den Oberbürgermeister. Er soll Sicherheitsbedenken in den Wind geschlagen haben. Sauerland sagte: "Mir sind keine Warnungen bekannt." Kraft vermied eindeutige Schuldzuweisungen, betonte aber, zur Panik sei es im Zugang zum Festgelände gekommen. Dort hätten die Veranstalter und die Stadtverwaltung die Verantwortung gehabt und nicht die Polizei.

An der zentralen Trauerfeier für die Opfer am Sonnabend wird Sauerland aus Rücksicht auf die Gefühle der Angehörigen nicht teilnehmen. Bundespräsident Christian Wulff und Bundeskanzlerin Angela Merkel wollen zu der Feier nach Duisburg reisen.