Amtseinführung

Generalinspekteur Wieker tritt kein leichtes Erbe an

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Volker Wieker ist von Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg als Generalinspekteur der Bundeswehr in sein Amt eingeführt worden.

Berlin. Der neue Generalinspekteur der Bundeswehr, Volker Wieker (55), ist in Berlin in sein Amt eingeführt worden. Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) würdigte den seit 35 Jahren im Dienst der Bundeswehr stehenden Vier-Sterne-General als Soldaten, der in besonderer Weise das Vertrauen der Truppe genieße. Guttenberg mahnte für die Bundeswehr eine „Kultur der Offenheit und Toleranz“ an. Wieker versprach der Politik, auch in unbequemen Zeiten stets ein aufrichtiger und verlässlicher Partner zu sein. Der Vier-Sterne-General ist Nachfolger von Wolfgang Schneiderhan, der im Zuge der Kundus-Affäre Ende November von Gutenberg entlassen worden war.

Guttenberg betonte, Wieker habe das militärische Handwerk von der Pieke auf gelernt und sei mit seiner großen Auslandserfahrung bestens geeignet, um die Bundeswehr für die neuen Herausforderungen fit zu machen. Als Generalinspekteur ist Wieker ranghöchster Soldat in Deutschland und der oberste militärische Repräsentant. „Jeder Wechsel in dieser Position prägt immer auch die Streitkräfte“, sagte Guttenberg. Jeder neue Generalinspekteur öffne auch ein neues Kapitel in der Geschichte der Bundeswehr.

Der gebürtige Niedersachse stand zuletzt in Münster an der Spitze des 1. Deutsch-Niederländischen Korps, das größtenteils seit Sommer 2009 in Afghanistan Dienst tut. Der Korps-Kommandeur folgte seiner Truppe im Oktober nach Kabul – als Nummer 3 im Hauptquartier der Internationalen Afghanistan-Schutztruppe ISAF. Er kennt aber auch den politischen Betrieb durch frühere Tätigkeiten im Verteidigungsministerium.

Wegen der Affäre um den Luftschlag nahe Kundus am 4. September 2009, der geplanten neuen Afghanistan-Strategie und der Überprüfung der Bundeswehrstrukturen tritt Wieker kein leichtes Erbe an. Bei der von dem deutschen Oberst Georg Klein angeordneten Bombardierung kamen 142 Menschen ums Leben oder wurden verletzt – darunter viele Zivilisten. Schneiderhan war zusammen mit Staatssekretär Peter Wichert ausgeschieden, weil sie Guttenberg Berichte zu dem Luftschlag nicht vorgelegt haben sollen.