Reduzierung der Soldatenanzahl im Einsatz gegen Piraten

Struck erwartet "Kampfeinsatz" gegen Piraten

SPD-Fraktionschef: Höchstens 1000 deutsche Soldaten sollen sich an EU-Mission beteiligen. Hier geht's zur Bildergalerie

Hamburg. SPD-Fraktionschef Peter Struck hat den bevorstehenden Bundeswehr-Einsatz gegen Piraten vor Somalia als Kampfeinsatz bezeichnet und eine Begrenzung auf höchstens 1000 Soldaten in Aussicht gestellt. "Dieser Einsatz ist gefährlich für Leib und Leben unserer Soldaten. Die Piraten verfügen über Waffen, die auch ein Schiff bekämpfen können. Ich würde von einem Kampfeinsatz gegen Piraten sprechen", sagte Struck abendblatt.de, der Online-Ausgabe des Hamburger Abendblatts.

Struck betonte: "Wir werden voraussichtlich mit einer Fregatte und bis zu 1000 Soldaten vor Ort sein." Bisher war von 1400 deutschen Soldaten die Rede . Bei der Abstimmung über die Beteiligung an der EU-Mission "Atalanta" am Mittwoch im Bundestag erwarte er "keine Schwierigkeiten". Zugleich forderte der frühere Bundesverteidigungsminister die Reeder auf, ihre Schiffe "optimal gegen Angriffe" auszustatten.

Zur Begründung des Einsatzes sagte der SPD-Fraktionschef: "Ich denke da an die deutschen Reeder. Es kann nicht sein, dass wir tatenlos zusehen, wie Schiffe gekapert werden und Lösegeld erpresst wird für Geiseln und auch für die Ladung." Die EU werde jetzt "energisch dagegen vorgehen, und es ist gut, dass sich Deutschland daran beteiligt". Die Piraten müssten künftig "mit Verfolgung und Kampf rechnen, wenn sie versuchen, ein Schiff zu kapern".

Struck wies Befürchtungen auch des Bundeswehrverbands zurück, der zusätzliche Auslandseinsatz führe zu einer Überforderung der Bundeswehr. "Trotz der starken Beanspruchung der Bundeswehr in anderen Auslandseinsätzen kann unsere Marine das leisten", sagte der SPD-Politiker abendblatt.de. "Der Punkt, an dem wir sagen müssen, jetzt sind erst einmal andere dran, wird kommen. Aber er ist noch nicht erreicht."