Boko-Haram-Sekte

120 Tote bei Anschlägen im Norden Nigerias

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Mehrere Bomben der Boko-Haram-Sekte detonierten am Freitag in Büros von Staat, Polizei und Geheimdiensten. Mindestens 120 Todesopfer.

Kano. Bei mehreren Bombenanschlägen im Norden Nigerias sind mindestens 120 Menschen gestorben. Das geht aus Unterlagen einer Klinik hervor. In anderen Krankenhäusern der Stadt könnten weitere Opfer ihren Verletzungen erlegen sein. Dutzende Menschen wurden schwer verletzt. Am Freitag in Kano mehrere Bomben in Büros von Polizei, Staat und Geheimdiensten, wie der britische Sender BBC am Sonnabend berichtete. Unter anderem fuhr ein Selbstmordattentäter mit seinem Auto auf das Gelände des regionalen Polizeihauptquartiers und zündete seinen Sprengsatz. Die Islamistische Sekte Boko Haram bekannte sich zu der Anschlagsserie in der nördlichen Zehn-Millionen-Einwohner-Stadt. Sie hatte in den vergangenen Wochen Dutzende Attentate verübt. In Kano wurde eine Ausgangssperre verhängt.

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Kurz nach den Attentaten wurde zudem ein Reporter eines nigerianischen Fernsehsenders getötet. Nach Angaben der Anstalt wurde er von Unbekannten erschossen. Ein mutmaßlicher Sprecher von Boko Haram erklärte, die Anschläge seien die Vergeltung dafür, dass mehrere Mitglieder der Gruppe nicht wie gefordert freigelassen worden seien. Die koordinierte Anschlagsserie ist ein Rückschlag für Nigerias Sicherheitskräfte, die nach Attentaten auf Kirchen am ersten Weihnachtstag erhöhte Wachsamkeit angekündigt hatten.

Boko Haram, ursprünglich eine lokale Bewegung fundamentalistischer Islamisten, macht seit Monaten mit immer brutaleren Angriffen auf sich aufmerksam. Die Gruppe hat Verbindungen zum Terrornetzwerk Al-Qaida. Bei den Anschlägen an Weihnachten waren mehr als vierzig Menschen ums Leben gekommen. Ende August hatte Boko Haram einen Anschlag auf ein Uno-Gebäude in Nigerias Hauptstadt Abuja verübt, bei dem 23 Menschen starben. Der Name der Gruppe bedeutet 'Alles Westliche ist Sünde'. Ihr Gründer Mohammed Yusuf war 2009 unter ungeklärten Umständen gestorben, nachdem die Polizei ihn festgenommen hatte.

Mit Material von dpa/dapd