Schweres Erdbeben reißt in China Tausende in den Tod

Peking. Die Erdstöße waren so stark, dass sie sogar in Tausenden Kilometer Entfernung zu spüren waren: Beim schlimmsten Erdbeben in China seit 32 Jahren sind gestern viele Tausend Menschen ums Leben gekommen. Das Beben ereignete sich um 14.28 Uhr Ortszeit (8.28 Uhr MESZ) in der Provinz Sichuan. Tausende Häuser stürzten ein, begruben ihre Bewohner unter den Trümmern. Sogar in Taiwan und Thailand schwankten Gebäude. Das Pekinger Erdbebenamt gab die Stärke mit 8,0 an, andere Institute sprachen von 7,8 auf der Richterskala.

Die Zahl der Opfer wurde von den Behörden im Laufe des Tages ständig nach oben korrigiert. Gestern Abend lag die Zahl der Toten offiziell bei fast 9000.

Doch Experten befürchten, dass sie noch deutlich steigen wird. Das Schicksal von einigen Hunderttausend Menschen in anderen schwer betroffenen Gebieten war zunächst ungeklärt.

In einer einzigen zerstörten Schule in Dujiangyan sollen 900 Schüler verschüttet worden sein. In der Stadt Shifang begruben die Trümmer einer einstürzenden Chemiefabrik mehrere Hundert Arbeiter unter sich. In dem am schwersten betroffenen Kreis Wenchuan nahe Chengdu, der Provinzhauptstadt von Sichuan, liegt auch die berühmte Panda-Zuchtstation Woolong.

Regierungschef Wen Jiabao flog ins Erdbebengebiet, um die Hilfsaktionen zu überwachen. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sprach ihm gestern ihr Mitgefühl angesichts der hohen Opferzahlen aus. Telefonisch bot Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) seinem chinesischen Amtskollegen deutsche Hilfe an. Auch die EU-Kommission und US-Präsident George W. Bush haben China Hilfe angeboten.

Chinas staatliches Fernsehen sendete Ratschläge an die Menschen im Erdbebengebiet: "Wenn Sie verschüttet sind, bleiben Sie ruhig, bewahren Sie Ihre Energie. Suchen Sie Wasser und Essen, warten Sie geduldig auf Rettung."