Ukraine-Krieg

Russland isoliert? Welche Nationen noch zu Putin halten

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Miguel Sanches
Trump: Putin ist schlau, unsere Anführer sind dumm

Trump: Putin ist schlau, unsere Anführer sind dumm

Der ehemalige US-Präsident Donald Trump hat bei seinem Auftritt auf der Konferenz der amerikanischen Konservativen CPAC das Auftreten des Westens in der Ukraine-Krise verhöhnt.

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Die ganze Welt protestiert gegen Russland. Die ganze Welt? Nein. Es gibt Unterstützer, stille und laute. Sechs Spezialfreunde Putins.

Berlin. Kennen Sie Nauru? Nein? Nicht schlimm. Dafür muss man richtig gut in Erdkunde sein. Russlands Präsident Wladimir Putin ist Nauru vertraut. Es stand zuletzt fest an seiner Seite. Das kann man nach Putins Angriff auf die Ukraine nicht von vielen Staaten behaupten. Wer sind Putins Freunde?

Ukraine-Krise – Die wichtigsten News zum Krieg

Putin-Verbündeter Nr.1: Kuba, old school

Seit mehr als 60 Jahren wird die Karibikinsel von der kommunistischen Partei regiert. Vom ersten Tag musste sie ein Embargo der USA ertragen, das am 7. Februar 1962 endgültig in Kraft trat. Kuba konnte es nur mit Hilfe der Sowjetunion, beziehungsweise Russlands aushalten.

In Havanna erklärte die Regierung, die Nato-Ausdehnung sei eine Bedrohung der nationalen Sicherheit Russlands. Einerseits warben die Kubaner im Ukraine-Krieg für eine diplomatische Lösung, andererseits betonte das Außenministerium das Recht Moskaus, "sich selbst zu verteidigen". Zuvor hatte das russische Parlament zugestimmt, die Tilgung kubanischer Schulden in Höhe von zwei Milliarden Euros bis 2027 zu stunden.

Putin-Verbündeter Nr.2: Nicaragua, eng verbunden

"Russland verteidigt sich einfach", erklärte Nicaraguas Machthaber Daniel Ortega. Die guten Beziehungen gehen bis zu den 80er Jahren zurück, als Ortega im lateinamerikanischen Land einen Guerilla-Krieg führte.

Putin-Verbündeter Nr.3: Venezuela, der gute Kunde

Ein besonders enger Anhänger Russlands ist Venezuela. Erst vor zehn Tagen hatte der Moskauer Vize-Regierungschef Yuri Borisov das südamerikanische Land besucht und ein Militärabkommen unterzeichnet. Venezuela stand Russland von Anfang an im Ukraine-Konflikt bei und gehört dank Petrodollars zu den größten Käufern von russischen Waffen.

Putin-Verbündeter Nr.4: Syrien, eine Hand wäscht die andere

Syrien konnte sich immer auf Russland verlassen. Umgekehrt hat es noch jeden Schachzug Moskau begrüßt, auch die Entsendung von "Friedenstruppen" in die Ukraine. Außenminister Faisal Mekdad verglich zuletzt den Umgang des Westens mit Russland mit dem Vorgehen gegenüber seinem Land.

Putin-Verbündeter Nr.5: Belarus, der Waffenbruder

Machthaber Alexander Lukaschenko wird häufig als der letzte Diktator Europas bezeichnet. Vom Nachbarland der Ukraine aus operierten die russischen Soldaten und feuerten zuletzt Raketen ab. Die Weißrussen sind Waffenbrüder Putins.

Putin-Verbündeter Nr.6: Nauru, Solidarität gegen Geld

Der Inselstaat im pazifischen Ozean mit nur 11.550 Einwohnern war früher dank Phosphatvorkommen ein reiches Land. Inzwischen lebt es in Armut. Weltweit haben nur fünf Staaten Süd-Ossetien anerkannt, die Separatisten-Enklave, die sich mit Moskauer Hilfe von Georgien losgelöst hat: Nicaragua, Venezuela, Syrien, Russland und eben Nauru.

Selbstredend hat es auch die Separatisten-Regionen in der Ost-Ukraine als souveräne Staaten anerkannt. Spätestens seit 2005 wird Nauru mit Millionenhilfen von Russland unterstützt. Und zeigt sich dankbar.

Dieser Artikel erschien zuerst auf waz.de

Ukraine-Krieg – Hintergründe und Erklärungen zum Konflikt

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