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Harte Worte: Warum sich Trump und Bolsonaro so ähnlich sind

US-Präsident Donald Trump trifft am Dienstag mit Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro zusammen.

US-Präsident Donald Trump trifft am Dienstag mit Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro zusammen.

Foto: Jim Young / Reuters

Populist trifft Populist: Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro besucht Donald Trump im Weißen Haus. Es gibt zahlreiche Gemeinsamkeiten.

Washington. Sie werden sich vermutlich gut verstehen: Brasiliens neuer Staatschef Jair Bolsonaro besucht am Dienstag US-Präsident Donald Trump im Weißen Haus in Washington. Bolsonaro ist wie der 72-jährige US-Amerikaner Populist und steht – wie Trump – oft wegen seiner konfrontativen Aussagen in der Kritik.

Bolsonaro ist dabei oft noch ein wenig härter als Trump in der Öffentlichkeit. Zum Beispiel bei diesen Themen:

Bolsonaro und Trump zum Thema Folter

Es ist schon ein paar Jahre her: 1999 bekundete Bolsonaro in einem TV-Interview: „Ich bin für Folter. Und das Volk ist auch dafür.“

Ganz so deutlich äußerte Trump sich zumindest als Präsident öffentlich nicht mehr. Nachdem im Wahlkampf mehrfach gesagt hatte, dass er die als Folter verurteilte Methode des Waterboarding bei Verhören von Terrorverdächtigen wieder einführen wolle, gab er sich wenige Tage nach seiner Amtseinführung etwas zurückhaltender. Auf das Waterboarding angesprochen, das sich wie Ertrinken anfühlen soll, sagte Trump in einem Interview mit dem Sender ABC mit Blick auf von Extremisten verübten Gräueltaten, er sei dafür, „Feuer mit Feuer“ zu bekämpfen. Der Präsident schränkte ein, dass man sich im Rahmen des Gesetzes bewegen müsse.

Youtube-Video- Trump über Waterboarding

Bolsonaro und Trump zum Thema Einwanderung

Beim Thema Einwanderung sind sich die beiden Präsidenten ziemlich einig: „Der Abschaum dieser Erde taucht in Brasilien auf – als ob wir nicht genug eigene Probleme zu lösen hätten“, sagte Bolsonaro vor einigen Jahren.

Trump hatte bereits im Wahlkampf die nationalistischen, fremdenfeindlichen und rassistischen Ansichten eines Teils seiner Anhänger mit Aussagen über Einwanderer aus Mexiko bedient.

„Sie haben viele Probleme. Sie bringen Drogen mit. Sie bringen Verbrechen mit. Da gibt es Vergewaltiger und einige, glaube ich, sind gute Leute“, hatte Trump schon im Wahlkampf gesagt. Seitdem schürt Trump regelmäßig die Angst vor Einwanderern vor allem auch aus Mittel- und Südamerika.

Bolsonaro und Trump zum Thema Frauen

Jair Bolsonaros Frauenbild ist ähnlich erschütternd wie seine Ansichten über andere Minderheiten. „Ich würde dich nie vergewaltigen, weil du es nicht wert bist“, hatte der heute 63-Jährige 2003 in der Abgeordnetenkammer zu der Parlamentarierin Maria do Rosário gesagt.

Trump hatte vor seiner Wahl Carly Fiorina, Mitbewerberin um die republikanische Präsidentschaftsnominierung, wegen Äußerlichkeiten beleidigt. „Guckt euch das Gesicht an“, sagte Trump dem Magazin „Rolling Stone“ zufolge vor seinem Wahlkampfteam und dem Reporter, „würde irgendjemand dafür seine Stimme abgeben? Könnt ihr euch das vorstellen, dieses Gesicht als unser nächster Präsident?“

Während Bolsonaro noch im vergangenen Jahr erklärte, er habe als Abgeordneter den Mietzuschuss dafür benutzt „Sex mit Leuten“ zu haben, hatte Trump bekanntermaßen – wieder nicht öffentlich, aber aufgezeichnet – einem Reporter erklärt, dass er Frauen, die ihm gefielen, einfach küsse: „Und wenn du ein Star bist, lassen sie dich machen. Du kannst alles tun“, sagte Trump auf der berüchtigten Aufzeichnung der Sendung „Access Hollywood“, er könne Frauen sogar in den Schritt fassen.

Hintergrund: Mit Jair Bolsonaro steuert Brasilien scharf nach rechts

Bolsonaro und Trump wollen bei den Gesprächen im Weißen Haus die Beziehungen zwischen den USA und Brasilien neu ordnen. „Wir haben jetzt in Brasilien eine Regierung, die wir wahrlich als Verbündeten ansehen“, sagte ein hochrangiger Regierungsbeamter in Washington. Auch die neue Regierung in Brasília hatte sich von Anfang an zu einer klar proamerikanischen Linie bekannt. (moi/mit dpa)