Parteivorsitz

Schulz als SPD-Chef bestätigt – herbe Schlappe für Scholz

Martin Schulz zeigt das Victory-Zeichen nach seiner Wiederwahl.

Foto: Michael Kappeler / dpa

Martin Schulz zeigt das Victory-Zeichen nach seiner Wiederwahl.

Martin Schulz bleibt Vorsitzender der SPD. Der Parteitag wählte ihn am Donnerstag mit 81,9 Prozent der Stimmen erneut zum Parteichef.

Berlin.  Martin Schulz wird auch künftig die SPD anführen. Der 61-Jährige wurde am Donnerstagabend auf dem SPD-Parteitag in Berlin mit 81,9 Prozent der Delegiertenstimmen für weitere zwei Jahre in seinem Amt bestätigt.

Vor acht Monaten, als Schulz die Nachfolge von Sigmar Gabriel antrat, hatte er noch 100 Prozent der Stimmen auf dem Parteitag erhalten. "Das war ein schöner Moment", sagte er nach seiner Wiederwahl. "Aber danach kamen auch schwierige Zeiten. Ich wünsche mir, dass auf Grundlage dieses Ergebnisses bessere Zeiten kommen." Schulz bedankte sich: "Nach allem, was hinter uns liegt, bin ich Euch dankbar für diesen Vertrauensbeweis."

Olaf Scholz abgestraft

Die Wahlen seiner Stellvertreter brachten ein hervorragendes Ergebnis für Malu Dreyer, einer der kritischsten Stimmen im Parteivorstand zu einer möglichen Großen Koalition. Sie kam auf 97,5 Prozent. Der Hamburger Regierungschef Olaf Scholz erlitt dagegen mit 59,2 Prozent Zustimmung eine herbe Schlappe - vor zwei Jahren hatte er 80,2 Prozent erhalten. Scholz hatte zuletzt Kritik am Kurs von SPD-Chef Martin Schulz geäußert und gilt als Befürworter einer großen Koalition. Ralf Stegner kam auf 61,6 Prozent.

Vor den Wahlen hatte der Parteitag mit großer Mehrheit den Weg für ergebnisoffene Gespräche mit der Union geebnet . Der Abstimmung war eine rund fünfstündige kontroverse Debatte über die Zukunft der SPD vorausgegangen.

SPD-Parteitag gibt grünes Licht für Gespräche mit Union

Der Antrag der Jusos, der Großen Koalition eine Absage zu erteilen, scheiterte. Schulz wurde mit 81,9 Prozent als Parteivorsitzender bestätigt.
SPD-Parteitag gibt grünes Licht für Gespräche mit Union

Gabriel fand alles "überzeugend"

Nach der Wahl gratulierte Schulz' Amtsvorgänger Sigmar Gabriel auf Twitter: "Überzeugende Rede, überzeugender Parteitag und nun ein wirklich überzeugendes Ergebnis! Gerade vor dem Hintergrund der schwierigen Lage." 81,9 Prozent der Stimmen sind das sechstschlechteste Ergebnis eines SPD-Vorsitzenden. (dpa/law)

© Hamburger Abendblatt 2017 – Alle Rechte vorbehalten.