Stockholm

Alternativer Nobelpreis erstmals für Aktivisten in China

Auch Projekte im Tschad und den USA ausgezeichnet. Alternativer Nobelpreis auch für Solarenergie und Menschenrechte.

Stockholm. Die Alternativen Nobelpreise gehen in diesem Jahr an drei Aktivisten in China, im Tschad und in den USA, die sich für Solarenergie, Menschenrechte und Geburtshilfe einsetzen. Ausgezeichnet wird auch die internationale Organisation Grain, die gegen den Landkauf großer Finanzinvestoren in Entwicklungsländern protestiert, wie die Right-Livelihood-Stiftung mitteilte. Es ist das erste Mal, dass ein „Alternativer Nobelpreis“ nach China geht: Der Unternehmer Huang Ming erhält für sein Engagement für die Solarenergie einen undotierten Ehrenpreis. Die drei anderen Preisträger teilen sich das Preisgeld in Höhe von 150.000 Euro. Die Anwältin Jacqueline Moudeina (Tschad) wird nach Angaben der Stiftung für ihren furchtlosen Einsatz ausgezeichnet, den früheren Diktator Hissène Habré vor Gericht zu bringen.

Der Organisation Grain bescheinigt die Jury, den massiven Aufkauf von Farmland in Entwicklungsländern durch Finanzinvestoren zu entlarven. Die Hebamme Ina May Gaskin aus den USA wird dafür geehrt, dass sie natürliche Medizin mit wissenschaftlicher Erfahrung in der Geburtshilfe verbindet. Die Preisträger zeigen nach Ansicht der Stiftung Lösungen für globale Probleme wie den Klimawandel, Landraub und Menschenrechtsverletzungen auf.

Die als Alternative Nobelpreise bezeichneten Right Livelihood Awards wurden 1980 von dem Deutsch-Schweden Jakob von Uexküll ins Leben gerufen. Sie sollen Persönlichkeiten zukommen, „die praktische und beispielhafte Antworten zu den dringendsten Herausforderungen unserer Zeit finden und erfolgreich umsetzen“. Der Preis wird heute von privaten Spendern finanziert. Die Verleihung findet traditionell Anfang Dezember im schwedischen Reichstag statt. (epd)

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