Entdeckung von Quasikristallen

Israeli Shechtman erhält Nobelpreis für Chemie

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Die rennomierte Auszeichnung geht dieses Jahr nach Israel. Daniel Shechtman wird für seine Entdeckung der Quasikristalle geehrt.

Stockholm. Der Nobelpreis für Chemie geht in diesem Jahr an den Forscher Daniel Shechtman. Die Königliche Akademie der Wissenschaften ehrte den Israeli am Mittwoch damit für die Entdeckung der Quasikristalle. In diesen Strukturen sind die Atome in Mustern angeordnet, die sich niemals wiederholen. Eine solche Anordnung war vor ihrer Entdeckung 1982 für unmöglich gehalten worden.

Shechtman habe sich mit seiner bahnbrechenden Entdeckung gegen den erbitterten Widerstand der wissenschaftlichen Gemeinschaft durchsetzen müssen, hieß es in der Begründung der Königlichen Akademie der Wissenschaften. Shechtman forscht am israelischen Institut für Technologie in Haifa.

Hintergrund: Der Nobelpreis für Chemie

Der Nobelpreis für Chemie wurde erstmals im Jahr 1901 vergeben. Dem Testament des Stifters Alfred Nobel zufolge soll damit derjenige ausgezeichnet werden, „der die wichtigste chemische Entdeckung oder Verbesserung erbracht hat.“ Der Preis wird alljährlich als dritte der begehrten Auszeichnungen vergeben. Den oder die Chemie-Nobelpreisträger bestimmt die Königliche Schwedische Akademie der Wissenschaften.

In diesem Jahr ehrte die Akademie den Israeli Daniel Shechtman für seine Entdeckung von Quasikristallen. In diesen Strukturen sind die Atome in Mustern angeordnet, die sich niemals wiederholen. Eine solche Anordnung war vor ihrer Entdeckung 1982 für unmöglich gehalten worden, hieß es in der Begründung. 2010 ging der Preis an den Amerikaner Richard Heck und die beiden Japaner Ei-ichi Negishi und Akira Suzuki. Sie wurden ausgezeichnet für ihre Entwicklung der palladiumkatalysierten Kreuzkopplung in organischen Synthesen. Diese Methode habe die Möglichkeiten für die Herstellungkomplexer Moleküle auf Kohlenstoffbasis erheblich verbessert.

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Der 1896 verstorbene schwedische Chemiker und Erfinder Alfred Nobel verfügte in seinem Testament den Aufbau einer Stiftung für all jene, die in Medizin, Physik, Chemie und Literatur sowie bei der Völkerverständigung jeweils „im verflossenen Jahr der Menschheit den größten Nutzen gebracht haben“. Die Bestimmung über das „verflossene Jahr“ ließ sich allerdings nicht halten, da sich der Wert von Entdeckungen bisweilen erst später zeigt. Deshalb revidierte die Nobel-Stiftung im Jahre 1900 ihre Statuten.

1968 stiftete die Schwedische Reichsbank im Einvernehmen mit der Nobel-Stiftung einen Preis für Wirtschaftswissenschaften, der erstmals 1969 verliehen wurde. Die Preise für Medizin, Physik, Chemie, Literatur und Wirtschaft werden in Stockholm vergeben. Den Friedenspreisträger bestimmt ein gewählter Ausschuss des norwegischen Parlaments in Oslo. Zu Lebzeiten Nobels bestand noch eine Union zwischen Schweden und Norwegen. Die Verleihung erfolgt alljährlich am 10. Dezember, dem Todestag des Stifters. Die Nobelpreise sind mit jeweils zehn Millionen Kronen (knapp 1,08 Millionen Euro) dotiert.

( (dapd) )

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